Karlsruhe: Fische in Lokal als Deko missbraucht
Einem Lokal in Karlsruhe (Baden-Württemberg) geht es nun rechtlich schlecht. Bürger hatten sich bei der Stadt beschwert, weil sie die Haltung der Fische im Gastraum als tierquälerei empfanden. Die Veterinärbehörde rückte daraufhin aus und machte erschreckende Entdeckungen.
Im Gastraum stand ein Aquarium, das eigentlich nur zur Dekoration dienen sollte. Das Licht blieb dort den größten Teil des Tages aus. In dem Becken schwammen verschiedene Fischarten zusammen, die eigentlich nicht nebeneinander leben können. So wurden Warmwasser- und Kaltwasserfische in einem Behälter gehalten. Für eine der Arten war das Becken viel zu klein. Zudem gab es keine Pflanzen oder Verstecke, in denen sich die Tiere zurückziehen konnten.
Besonders schlimm war es für einen Harnischwels. Für diesen Fisch ist Holz als Nahrungs- und Faserquelle lebensnotwendig, doch im Aquarium fehlte dies komplett. Die Behörde stellte fest, dass die falsche Kombination der Fische, die fehlende Struktur und das falsche Futter zu dauerhaftem Stress und Leiden führten.
Doch damit nicht genug: Auf der Theke stand ein rundes Glas. Darin lebte ein einzelner Erbsenkugelfisch. Das Glas hatte weder eine Heizung noch einen Filter oder eine Beleuchtung. Auch diese Haltung ohne jegliche Struktur ist laut Gesetz nicht erlaubt und bedeutet für den Fisch extremen Stress.
Die Stadt hat nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Das Ordnungs- und Bürgeramt betont, dass Wassertiere hohe Ansprüche an ihr Zuhause haben. Sie dürfen nicht einfach als billige Deko-Objekte benutzt werden.
Ob und inwieweit der Betreiber des Lokals eine Strafe zahlen muss, klärt nun das Verfahren. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Karlsruhe – zur Originalmeldung