Karlsruhe behält Leihräder trotz Kostenstreit
Wer in Karlsruhe (Baden-Württemberg) gerne die Leihräder von Nextbike nutzt, kann das auch in Zukunft tun. Der Gemeinderat hat entschieden, dass das Angebot erhalten bleibt. Die Stadtverwaltung soll nun einen neuen Vertrag mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) unterschreiben.
Der KVV plant, das System ab März 2027 neu auszuschreiben. Damit wird bereits jetzt festgelegt, wie die Leihräder für die folgenden sechs Jahre betrieben werden sollen.
Allerdings wird das Angebot künftig billiger für die Stadtkasse. Der Gemeinderat hat den jährlichen Zuschuss massiv gekürzt. Bisher flossen 270.000 Euro pro Jahr in das Projekt, künftig sind es nur noch 75.000 Euro. Dass die Räder trotzdem bleiben, wurde mit den Stimmen von Grünen, SPD, Volt, KAL, der Linken sowie zwei Einzelstadträten beschlossen. Die CDU, AfD und FDP/FW stimmten dagegen.
In der Debatte ging es vor allem um das Geld. Die CDU und die FDP kritisierten die Kosten und forderten ein System, das die Stadt nicht finanziell belastet. Die Befürworter hielten dagegen: Die Leihräder machten die Stadt attraktiver für junge Leute und seien ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes. Zudem wurde betont, dass nur mit städtischer Hilfe auch die Randgebiete versorgt werden können.
Oberbürgermeister Frank Mentrup erklärte, dass die Stadt einen Eigenbeitrag leisten müsse, wenn das System funktionieren soll. Er will verhindern, dass die Fahrräder wie die E-Scooter einfach dem freien Markt überlassen werden. Außerdem hofft er, dass auch die Nachbarkommunen finanziell mitziehen, damit das Netz stabil bleibt.
Quelle: Karlsruhe – zur Originalmeldung