Joditz plant neues Museum für Schriftsteller Jean Paul
Im Dorf Joditz (Landkreis Hof, Bayern) geht die Planung für das neue Jean-Paul-Museum in die nächste Runde. Der zuständige Zweckverband hat nun das Büro FranKonzept aus Würzburg beauftragt. Die Experten aus Würzburg haben bereits Erfahrung mit Literaturmuseen, unter anderem beim Friedrich-Rückert-Poetikum in Oberlauringen oder dem Literaturhaus Wipfeld. Auch die Dauerausstellung des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth stammt aus ihrer Feder.
Zuerst wird ein inhaltlicher Rahmenplan erstellt, im nächsten Jahr folgt dann das detaillierte Feinkonzept. Kürzlich trafen sich Landrat Dr. Oliver Bär, Bürgermeister Michael Holzmann aus Köditz und die Planer direkt vor Ort. Sie besichtigten das ehemalige Pfarrhaus, in dem das Museum untergebracht werden soll, sowie weitere wichtige Plätze im Dorf. Jean Paul verbrachte hier seine Kindheit, da sein Vater im Ort Pfarrer war. Der Dichter selbst nannte Joditz seinen geistigen Geburtsort.
Das neue Museum soll zeigen, wie sehr das Dorf das Werk des Schriftstellers geprägt hat. Neben klassischen Ausstellungsstücken sollen moderne digitale Angebote und visuelle Elemente genutzt werden, um auch jüngere Besucher anzusprechen. Zudem will man das Museum in das historische Ensemble rund um die Dorfkirche einbinden. Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Würdigung der Familie Schmidt. Diese hatte über viele Jahre ein privates Museum betrieben und die Sammlung im Jahr 2023 dem Landkreis Hof geschenkt.
Unterstützt wird die Planung durch Experten. Peter Nürmberger, ein ehemaliger Kulturreferent aus Hof, will das Museum in ein regionales Netzwerk einbinden, etwa mit dem Jean-Paul-Weg. Die Joditzerin Andrea Wagner-Kropf, die das Dorf und das Werk des Dichters genau kennt, wird den Zweckverband künftig als Mitarbeiterin unterstützen. Sie ist das Bindeglied zwischen den Planern, dem Verband und den Menschen im Dorf. Kurator Christian Märkl, der die Bestände zuvor inventarisiert hatte, hat das Projekt aus persönlichen Gründen verlassen.
Im aktuellen Rahmenkonzept wird nun festgelegt, wo genau die Dauerausstellung, das Depot und die Funktionsräume hinkommen und wie der Zugang zum Gebäude aussehen soll. Danach folgen die konkreten Texte und Inhalte für die Stationen. Im Anschluss an die Konzeptphase starten die Planungen für die Gestaltung und der Umbau des Gebäudes.