Landkreise Hof und Wunsiedel planen Zukunft der Wälder
Im Sitzungssaal des Landratsamtes in Wunsiedel (Bayern) kamen Experten und Betroffene zusammen. Es war das dritte „Waldsymposium“ der Landkreise Hof und Wunsiedel i.F. Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) aus Bayreuth-Münchberg wollten die Landräte Peter Berek und Oliver Bär eine Lösung für die kaputten Waldflächen in der Region finden.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man den Wald umbauen kann, damit er widerstandsfähiger gegen Hitze und Schädlinge wird. Landrat Bär erinnerte dabei an die vier wichtigsten Bereiche: die Infrastruktur, die Jagd, den eigentlichen Waldumbau und die Information der Öffentlichkeit. Das Treffen brachte Leute aus ganz verschiedenen Bereichen an einen Tisch – von Waldbesitzern und Jägern über Forstbetriebe bis hin zu Naturschützern und Tourismusleuten.
Dr. Christian Schmidt vom AELF erklärte den Teilnehmern, wie sie Geld vom Staat bekommen können. Bayern fördert viele Maßnahmen, zum Beispiel die Wiederaufforstung, den Bodenschutz oder die Bekämpfung von Käfern. Das Interesse ist riesig: Bis Juni waren bereits 1.039 Anträge eingegangen, das sind 50 Prozent mehr als zuvor. Die meisten wollen ihren Wald neu bepflanzen. Für das Jahr 2027 will die Behörde zudem den Fokus stärker auf die steigende Waldbrandgefahr legen.
Auch der Forscher Professor Hans Jürgen Böhmer gab Tipps. Er hatte sich zuvor selbst Schadflächen in Hochfranken angesehen. Sein Rat: Man solle sich weniger auf theoretische Computer-Modelle verlassen und mehr auf die echte Erfahrung der Waldbesitzer. Niemand kenne sein Revier so gut wie derjenige, der dort arbeitet. Er diskutierte darüber, ob man auf heimische Baumarten setzen oder gezielt neue Arten ansiedeln sollte, die mit dem Klima besser klarkommen.
Am Ende gab es eine offene Diskussion. Ein großes Problem sind laut den Teilnehmern die kleinen, vererbten Waldstücke. Oft wohnen die Besitzer gar nicht mehr in der Region und haben keinen Bezug mehr zu ihrem Land. Deshalb müsse man hier mehr Aufklärungsarbeit leisten, damit sich jeder um seinen Teil der Natur kümmert.
Die Landräte Berek und Bär wollen das Format beibehalten. Nur wenn alle Beteiligten miteinander reden, könne man den Wald für die nächsten Generationen retten. Die Ermittlungen zu den besten Strategien für die Region dauern an.