Hessen: Zahlreiche Waldbrände fordern Feuerwehren
Zwischen dem 1. und 12. August gab es in Hessen insgesamt 21 Wald- und Vegetationsbrände. Die Hitze und die Trockenheit machten den Einsatzkräften schwer zu schaffen. Die betroffenen Flächen waren sehr unterschiedlich groß: Während in Bad Soden nur etwa 300 Quadratmeter brannten, war das Ausmaß in Rodenbach und Oberrodenbach (Main-Kinzig-Kreis) gewaltig. Dort wurden rund 53 Hektar Land vernichtet.
In Rodenbach und Oberrodenbach begann das Feuer am 10. August an drei verschiedenen Stellen und breitete sich dann schnell aus. Hunderte Feuerwehrleute aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis waren über mehrere Tage im Einsatz. Auch die Polizei unterstützte massiv. Zuerst flog ein Hubschrauber der hessischen Polizei im Einsatz, später kam ein zweiter aus dem Rheingau-Taunus-Kreis hinzu. Da das Feuer bis an die Grenze nach Bayern reichte, halfen auch dortige Einsatzkräfte mit. Die Polizei vermutet, dass jemand das Feuer absichtlich gelegt hat.
Auch an anderen Orten gab es schwere Einsätze. Am 5. August brannten in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) mehr als 30.000 Quadratmeter Wald ab. Rund 400 Leute aus der Region, darunter aus Wiesbaden und dem Main-Taunus-Kreis, kämpften gegen die Flammen. In Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) gab es am 8. August eine gefährliche Lage: Hier brannte eine Fläche von 5.000 Quadratmetern, die mit Munition belastet war. Das Feuer breitete sich in Richtung eines Depots der Bundespolizei aus. Weil die Fläche zu gefährlich zum Begehen war, setzten die Retter Kreisregner und einen Hubschrauber der Bundespolizei ein. Die Gebäude des Depots konnten gerade noch gerettet werden.
Ein weiterer Brand ereignete sich am 10. August an der Grenze zu Niedersachsen. Dort brannte etwa ein Hektar Wald. Da das Gelände schwer zugänglich war, mussten Löschzüge aus beiden Bundesländern zusammenarbeiten. Für die Löscharbeiten wurde die Bundesautobahn zeitweise komplett gesperrt.
Die Landesregierung betont, dass Hessen auf solche Notfälle vorbereitet sei. Es gibt landesweit über 400 spezielle Waldbrand-Sets auf den Fahrzeugen und vier riesige Wasserbehälter für die Luftunterstützung. Zudem investiert das Land Millionen in neue Löschfahrzeuge und die Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule in Kassel. Auch digitale Karten helfen den Leitstellen, schnell die richtigen Wege und Wasserstellen zu finden.
Ob und wer für die Brände im Main-Kinzig-Kreis verantwortlich ist, wird nun ermittelt. Die Ermittlungen dauern an.