Hessen und Rheinland-Pfalz bündeln ihre Steuer-IT
Die Landesregierungen von Hessen und Rheinland-Pfalz haben einen Pakt geschlossen. Sie wollen ihre IT-Systeme in der Steuerverwaltung gemeinsam modernisieren. Das Ziel ist, dass die Finanzämter in beiden Ländern digital besser aufgestellt sind und sicherer gegen Hackerangriffe geschützt werden.
Der erste konkrete Schritt ist ein Umzug von Technik. Hessen stellt Rheinland-Pfalz in Frankfurt über 400 Quadratmeter Fläche in einem Rechenzentrum zur Verfügung. Dort wird Rheinland-Pfalz eigene Hardware unterbringen. Hessen kümmert sich dabei unter anderem um die Stromversorgung der Räume, während Rheinland-Pfalz die Daten und Rechner selbst verwaltet.
Die Vorbereitungen für diesen Umzug aus Koblenz nach Frankfurt starteten im Juli 2026. Im Laufe des Jahres werden die Flächen fertig gemacht, damit die Geräte im nächsten Jahr transportiert werden können. Bis zum Sommer 2027 soll der gesamte Umzug abgeschlossen sein.
Die Zusammenarbeit soll aber nicht bei den Serverräumen aufhören. Die Ministerien wollen langfristig auch bei neuen Technologien gemeinsam vorgehen. Dazu gehören vor allem Künstliche Intelligenz, die Automatisierung von Steuerverfahren und die Nutzung von Cloud-Systemen. Man will so Fachkräfte besser bündeln und Kosten sparen.
Hessen hat mit solchen Modellen bereits Erfahrung. Seit 2018 arbeitet das Land intensiv mit Thüringen zusammen, das ebenfalls Teile seines Rechenzentrumsbetriebs nach Hessen verlagert hat. Beide Länder sind zudem bereits Teil des großen KONSENS-Verbunds, in dem alle 16 Bundesländer und der Bund eine einheitliche Software für die Finanzämter entwickeln.
Ob und welche weiteren Projekte in Zukunft aus dieser Partnerschaft entstehen, wird sich im Laufe der kommenden Jahre zeigen.