Rothenburg: Hilfe für Familien im Café der kleinen Schätze
Wer kleine Kinder hat, weiß: Ein Gang zum Amt ist oft stressig. Formulare, lange Wege und komplizierte Anträge machen den Alltag schwer. In Rothenburg (Hessen) gibt es nun eine Lösung, die es den Eltern einfacher macht. Im Familienzentrum „Schatzkiste“ läuft das Projekt „Café der kleinen Schätze“.
Das Besondere ist, dass Familien dort ohne Termin vorbeikommen können. Während die Kinder in einer passenden Umgebung spielen und betreut werden, sitzen die Eltern mit Beratern zusammen. Mehrere Behörden arbeiten hier Hand in Hand. So helfen zum Beispiel Leute von der Familienkasse, der Wohngeldstelle, dem Jugendamt, der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter und dem Fachdienst Migration direkt vor Ort. Die Berater helfen den Eltern dabei, finanzielle und soziale Leistungen zu beantragen, und füllen die Formulare oft gleich gemeinsam aus.
Seit dem Start im Februar 2025 hat das Angebot bereits funktioniert. Bei zehn Terminen kamen insgesamt 377 Menschen vorbei. In dieser Zeit wurden 161 Beratungen durchgeführt und fast 100 Anträge direkt im Café gestellt. Das spart den Familien Zeit und mühsame Wege zu verschiedenen Ämtern.
Staatssekretärin Karin Müller hat das Projekt im Rahmen ihrer Sommerreise besucht. Sie lobte den Ansatz, die Verwaltung bürgernäher zu machen und Bürokratie abzubauen. Das Projekt wurde deshalb für den Demografie-Preis 2026 nominiert. Dieser Preis wird seit 2010 für Ideen vergeben, die gute Lösungen für gesellschaftliche Veränderungen bieten, vor allem im ländlichen Raum.
Das Angebot soll in Zukunft noch erweitert werden. Geplant ist, dass noch mehr Behörden gemeinsam beraten und die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe sowie den Familienhebammen gestärkt wird.