Hessen startet Schuljahr mit mehr Ganztagsplätzen und Mathe-Tests
In Hessen (Hessen) beginnt das Schuljahr 2026/2027 mit mehreren Neuerungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Mathematik. An 60 Pilotschulen wird nun getestet, wie Daten über die Leistungen der Schüler besser genutzt werden können. Statt der bisherigen zwei Tests in der dritten und achten Klasse gibt es dort nun fünf Erhebungen in den Klassen 3, 4, 5, 8 und 9. Die Lehrer nutzen dafür digitale Programme wie „bettermarks“ oder den „Mathe sicher können“-Online-Check. Ziel ist es, genau zu sehen, wo ein Kind Hilfe braucht, und den Unterricht darauf anzupassen. Die Testphase läuft bis zum Ende des Schuljahres.
Auch im Fach Deutsch gibt es Änderungen. Etwa 100 Grundschulen probieren aus, ob eine tägliche Lesezeit von 20 bis 25 Minuten in der dritten und vierten Klasse hilft. Die Schulen entscheiden selbst, wann sie diese Zeit einplanen. Die Kinder sollen so besser lesen lernen und mehr Spaß am Lesen finden.
Für die Eltern von Erstklässlern gibt es gute Nachrichten beim Ganztag. Das Land stellt insgesamt 5.750 Lehrstellen bereit, was etwa 300 Millionen Euro kostet. Da bereits 96 Prozent aller Schulen im Ganztagsprogramm sind, geht die Regierung davon aus, dass jedes Kind in der ersten Klasse einen Platz bekommt, wenn die Eltern das wollen. Im Ganztag sollen neben Mathe und Deutsch auch Themen wie Künstliche Intelligenz, Sport und Gesundheit eine Rolle spielen. Das Projekt „Digitale Welt“ steht nun allen Schulen für den Ganztag zur Verfügung.
Um den Unterricht zu sichern, setzt das Land auf verschiedene Wege. Neben 1.200 frisch ausgebildeten Lehrkräften und 3.850 Referendaren wurden über 820 Stellen durch Pensionäre oder Teilzeit-Aufstockungen besetzt. Insgesamt fließen 6,2 Milliarden Euro in die Bildung, was einem Plus von 370 Millionen Euro entspricht.
Neben den Lerninhalten gibt es weitere Angebote: In der siebten Klasse lernen alle Jugendlichen, wie man Menschen wiederbelebt. Zudem gibt es ein neues Gesundheitsmobil, das direkt an die Schulen fährt, um bei Themen wie mentaler Gesundheit und Ernährung zu helfen. In einigen Schulen starten außerdem gemeinsame Religionsstunden für katholische und evangelische Schüler.
Ob die neuen digitalen Mathe-Tests flächendeckend eingeführt werden, entscheidet die Regierung nach einer Auswertung der Pilotphase am Ende des Schuljahres.