Hessen will Schulabbrecher durch Sprachförderung weiter reduzieren
In Wiesbaden (Hessen) haben sich der Kultusminister Armin Schwarz und die Bundesbildungsministerin Karin Prien am Mittwoch getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man verhindern kann, dass Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Bundesministerin will die Zahl der Schulabbrecher deutschlandweit halbieren.
Hessen hat hier eine besondere Situation: Im Vergleich zu anderen Bundesländern gibt es hier prozentual die meisten Schüler mit Migrationshintergrund. Trotzdem gibt es laut aktuellen Daten in Hessen die wenigsten Schulabbrecher. Das Land schreibt diesen Erfolg vor allem zwei Maßnahmen zu: Einerseits gibt es Sprachkurse für Kinder bereits ein Jahr vor der Einschulung. Andererseits wurde die Deutschförderung in den letzten Jahren konsequent ausgebaut.
Ein weiterer Punkt im Gespräch war die Sicherheit und das Zusammenleben an Schulen. Nach dem Anschlag auf den Christopher-Street-Day in Berlin will der Bund mehr Geld in Projekte gegen Radikalisierung stecken. Minister Schwarz berichtete in diesem Zusammenhang darüber, dass Hessen die Werte- und Demokratiebildung an allen Schulen stärkt. Seit dem Schuljahr 2024/2025 gibt es zudem in den Deutsch-Intensivklassen für geflüchtete oder zugewanderte Jugendliche zwei verpflichtende Unterrichtsstunden pro Woche.
Neben diesen Themen sprachen die Politiker über den Einsatz von Daten für den Unterricht und das Startchancenprogramm. Ziel ist es, dass jeder Jugendliche unabhängig von seiner Herkunft eine faire Chance auf einen Schulabschluss hat. Die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen soll dabei engere abgestimmt werden.