Zum Inhalt springen
newssofort.de

Hessen schiebt im ersten Halbjahr 2026 viele Menschen ab

Copyright und Urheber siehe Landesregierung Hessen

Die Landesregierung in Wiesbaden veröffentlicht neue Zahlen zur Migrationspolitik. Hessen gehört im Bundesvergleich zu den Ländern mit den meisten Abschiebungen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 hat Hessen 921 Menschen abgeschoben. Das ist fast so viel, wie im gesamten Jahr 2021. Zwar sind es etwas weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres, als noch 1.017 Menschen das Land verlassen mussten, aber der Trend zeigt wieder nach oben. Während im Januar nur 108 Menschen abgeschoben wurden, waren es im Juni bereits 180.

Bundesweit sinken die Zahlen eigentlich, weil ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Anforderungen an Abschiebungen erhöht hat. Zudem gibt es weniger sogenannte Dublin-Fälle, also Menschen, die in ein anderes EU-Land zurückgeschickt werden. Hier ist der Rückgang extrem: Im ersten Halbjahr 2026 waren es nur noch 63 Menschen, im Jahr 2024 waren es noch 508.

Hessen setzt auf eine harte Linie. Die Verfahren wurden bei den Regierungspräsidien gebündelt, und in Darmstadt-Eberstadt gibt es eine eigene Abschiebehaftanstalt. Das wirkt: Die Erfolgsquote bei den Abschiebungen ist gestiegen. Lag sie 2023 noch bei 48 Prozent, kletterte sie im Juni 2026 auf 73 Prozent. Im Schnitt lag die Quote im ersten Halbjahr bei 64 Prozent.

Neben den Zwangsabschiebungen gibt es mehr freiwillige Ausreisen. 1.464 Menschen verließen Hessen im ersten Halbjahr von sich aus – das sind 86 Menschen mehr als im Vorjahr. Die Regierung sieht die Drohung einer Abschiebung dabei als notwendiges Druckmittel, um Menschen zur freiwilligen Rückkehr zu bewegen, zum Beispiel nach Syrien.

Um die Abschiebungen noch effektiver zu machen, will die Landesregierung künftig auch die Handyortung nutzen. Dieser Vorschlag wurde bereits in der Innenministerkonferenz in Hamburg positiv bewertet. Zudem wird gefordert, dass wieder regelmäßige Abschiebungen nach Syrien möglich werden. Die Bundesregierung unterstützt diesen Kurs durch mehr Grenzkontrollen und das Aussetzen des Familiennachzugs.

Quelle: Landesregierung Hessen – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Weitere Meldungen aus Landesregierung Hessen

Alle ansehen