Hersbruck: Jazz-Musikerin räumt mit Bandoneon-Klischees auf
In Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land, Bayern) fand der „Tango Nuevo“-Abend im Rahmen des 26. Internationalen Gitarrenfestivals statt. Im Mittelpunkt stand die französische Jazz- und Weltmusikerin Louise Jallu. Sie bewies an diesem Abend, dass das Bandoneon kein reines Männerinstrument ist und weit über den klassischen Tango hinausreicht.
Das Publikum, das mit bekannten Melodien von Astor Piazzolla oder Carlos Gardel gerechnet hatte, wurde direkt zu Beginn überrascht. Louise Jallu spielte ein Stück des deutschen Komponisten Robert Schumann und verwandelte die romantische Musik in eine moderne Jazz-Improvisation.
Auch andere bekannte Werke waren zu hören. Beim „Bolero“ von Ravel gaben Arthur Hennebique am Kontrabass und Karsten Hochapfel an der E-Gitarre den Rhythmus vor, während Grégoire Letouvet am Klavier und Louise Jallu die Musik ergänzten. Trotz der Experimente kam auch der klassische Tango nicht zu kurz. Das knapp sechs Kilogramm schwere Instrument wurde für gefühlvolle Töne in „Oblivion“ genutzt, bevor alle vier Musiker beim schnellen „Libertango“ mit Soli für einen kräftigen Abschluss sorgten.
Das Festival geht weiter. Am Donnerstagabend um 19.30 Uhr treten das Amadeus Guitar Duo sowie Adam Woch und Robert Guzik mit dem Programm „Art of the Duo - von Bach bis Brazil“ auf. Wer noch keine Karten hat, kann versuchen, Resttickets direkt an der Abendkasse zu kaufen.
Quelle: Hersbruck – zur Originalmeldung