Hauseinsturz in Görlitz: Haftbefehle gegen zwei Männer
In Görlitz (Sachsen) stürzte ein Haus ein, bei dem drei Menschen starben. Die Ermittler sind nun einen Schritt weitergekommen. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehle gegen zwei Männer beantragt. Ein Richter am Amtsgericht Görlitz hat diese bereits unterschrieben.
Die beiden Männer sitzen allerdings schon aus anderen Gründen im Gefängnis. Deshalb gibt es eine sogenannte Überhaft. Das bedeutet: Sollten sie in ihren anderen Verfahren frei kommen, bleiben sie trotzdem hinter Gittern. Dann greifen sofort die neuen Haftbefehle wegen des Einsturzes.
Die Ermittler konnten den Verdacht nun so weit erhärten, dass ein dringender Tatverdacht vorliegt. Das heißt, es ist sehr wahrscheinlich, dass die beiden für das Unglück verantwortlich sind. Experten haben inzwischen bestätigt, dass eine Gasexplosion die Ursache für den Einsturz war. Die Männer werden beschuldigt, diese Explosion gemeinsam herbeigeführt zu haben. Damit kommen Vorwürfe der fahrlässigen Tötung in drei Fällen sowie einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge ins Spiel.
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft suchen immer noch nach den genauen Details. Das Landeskriminalamt Sachsen hat die Gasanlage bereits in 3D rekonstruiert; die Auswertung dazu läuft noch. Weil die Materialuntersuchungen so kompliziert sind, hilft nun sogar das Bundeskriminalamt aus. Mit einem speziellen Elektronenmikroskop werden dort vor allem Kupferrohre aus dem Haus untersucht.
Zusätzlich sollen nun Psychiater prüfen, ob die beiden Beschuldigten überhaupt schuldfähig sind. Wann die Ermittlungen genau abgeschlossen sind, kann derzeit niemand sagen.
Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.