Zum Inhalt springen
newssofort.de

Hameln: Stadt räumt Fehler bei Razzia in Koppenstraße ein

Copyright und Urheber siehe Hameln

Bei einer Kontrollaktion in zwei Häusern wurden Wohnungstüren gewaltsam geöffnet. Nun gibt die Stadtverwaltung zu, dass es dafür keine rechtliche Grundlage gab.

Am 11. Juni 2026 kam es in der Koppenstraße in Hameln (Niedersachsen) zu einem massiven Einsatz. Mitarbeiter der Ordnungsabteilung durchsuchten dort zwei Gebäude. Sie waren nicht allein; auch die Polizei, die Feuerwehr und andere Behördenvertreter waren dabei. Im Zuge dieser Aktion wurden vier Wohnungstüren zwangsweise geöffnet.

Die Stadt wollte damit prüfen, ob dort Menschen illegal wohnen oder ob es Verstöße gegen das Baurecht und Schwarzarbeit gibt. Der Hintergrund war ein Vorfall vom 6. Mai: Damals sollte ein Auto abgeschleppt werden. Dabei wurde eine Mitarbeiterin der Stadt von Menschen aus dem Haus beschimpft, bedroht und körperlich angegriffen. Deshalb hatte die Stadt für den Einsatz im Juni extra die Polizei dazugeholt, um das Personal zu schützen.

Nach einer internen Untersuchung und einem Gutachten der Rechtsabteilung gibt die Stadt nun zu, dass das Vorgehen falsch war. Es gab keine ausreichenden Belege, die einen so schweren Eingriff in die Privatsphäre der Bewohner rechtfertigen konnten. Die Dokumentation fehlte, weshalb nicht nachvollziehbar ist, warum die Türen gewaltsam geöffnet werden mussten. Oberbürgermeister Claudio Griese bedauert die Verletzung der Grundrechte und die Schäden am Eigentum der Hauseigentümerin.

Die Stadt hat den Schaden bereits dem Kommunalen Schadenausgleich gemeldet. Um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden, gibt es neue Regeln: Die Beteiligten müssen regelmäßig geschult werden. Alle Entscheidungen und rechtlichen Gründe müssen sofort und lückenlos in Akten festgehalten werden. Bei wichtigen Einsätzen müssen Vorgesetzte oder der Oberbürgermeister frühzeitig informiert werden. Zudem prüft die Stadt weitere Konsequenzen.

Trotz der Fehler bei der Durchführung bestätigt die Stadt, dass der Verdacht grundsätzlich richtig war. Eine Person, die bei der Aktion angetroffen wurde, sitzt inzwischen in Sicherungshaft. Die Ausländerbehörde hat bereits Maßnahmen eingeleitet, damit die Person das Land verlässt. Außerdem wurden vier nicht genehmigte Wohneinheiten, illegale Wanddurchbrüche und Mängel beim Brandschutz festgestellt.

Ob und inwieweit weitere rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen folgen, wird derzeit noch geprüft.

Quelle: Hameln – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Weitere Meldungen aus Hameln

Alle ansehen

Aus dem Umkreis: Landkreis Hameln-Pyrmont

Alle ansehen