Groß-Umstadt: Kreiskliniken warnen vor versteckten Lebererkrankungen
Viele Lebererkrankungen sind tückisch, weil sie lange Zeit kaum Beschwerden verursachen. Oft merken die Betroffenen erst dann, dass etwas nicht stimmt, wenn es bereits zu spät ist. So kann eine unbehandelte Hepatitis C langfristig zu Leberkrebs oder einer Leberzirrhose führen. Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg (Hessen) wollen deshalb zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli die Menschen in der Region für das Thema sensibilisieren.
Zwar sinken die Fallzahlen in Deutschland laut Robert Koch-Institut. Im Jahr 2025 gab es etwa 22,5 Prozent weniger Hepatitis-B-Fälle und 43 Prozent weniger Hepatitis-D-Fälle als im Vorjahr. Allein 2024 wurden jedoch 9.624 Infektionen mit Hepatitis C gemeldet. Trotz der sinkenden Zahlen bleibt die Lage ernst, da viele Infektionen unentdeckt bleiben.
Um den Patienten zu helfen, gibt es in Groß-Umstadt eine spezielle ambulante Anlaufstelle. In der sogenannten Lebersprechstunde werden Diagnosen gestellt und Therapien durchgeführt. Der Chefarzt Prof. Dr. Martin-Walter Welker leitet dieses Angebot. Er bringt viel Erfahrung mit, unter anderem aus seiner Zeit an der Lebertransplantationsambulanz des Universitätsklinikums Frankfurt am Main.
In der Sprechstunde wird versucht, belastende Eingriffe wie Leberbiopsien zu vermeiden. Stattdessen nutzt das Team moderne Ultraschalldiagnostik, um den Zustand der Leber zu prüfen. Während Hepatitis B nicht geheilt, aber durch Impfungen verhindert werden kann, lässt sich Hepatitis C heute oft innerhalb von 8 bis 12 Wochen mit Tabletten komplett ausheilen.
Die Klinik empfiehlt besonders Menschen aus Risikogruppen oder Menschen mit unklaren Leberwerten, einen Termin zu vereinbaren. Die Sprechzeiten in Groß-Umstadt sind montags von 13:00 bis 16:00 Uhr und freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr. Unter der Telefonnummer 0 60 78 / 79 – 2101 können Patienten Kontakt aufnehmen.