Freital: Kunstwerk für neues Bohrkern-Archiv ausgewählt
Im Neubau des Zentralen Sächsischen Bohrkern- und Probenarchivs in Freital (Sachsen) wird es ein besonderes Highlight im Eingangsbereich geben. Der Freistaat Sachsen hat einen Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung ausgeschrieben. Insgesamt hatten über 40 Künstlerinnen und Künstler Interesse gezeigt. Am Ende wurden sieben Menschen aus Sachsen, Deutschland, Österreich und Südostasien ausgewählt, die konkrete Entwürfe einreichten.
Die Jury hat sich nun entschieden: Die Künstlerin Franziska Möbius aus Leipzig hat gewonnen. Ihr Werk trägt den Namen „Insight/Einsicht“. Es handelt sich dabei um eine mehrfarbige Säule aus Gussglas, die direkt in die Wandscheibe des Gebäudes integriert wird. Ein Teil der Säule bleibt in der Wand verborgen, während ein Drittel als Relief hervorsteht. Durch die Konstruktion gelangt Licht von beiden Seiten in die Säule, wodurch sie leuchtet und gebrochenes Licht ins Innere des Gebäudes wirft.
Die Idee hinter dem Werk passt zum Zweck des Gebäudes. Die Glassäule erinnert an einen Bohrkern. In der Wissenschaft werden Bohrkerne oft mit speziellen Lichtverfahren durchleuchtet, um ihre Struktur zu analysieren. Das Kunstwerk greift dieses Prinzip auf und macht die „verdichtete Zeit“ des Gesteins sichtbar. Die Jury lobte vor allem, dass das Leuchten der Säule einen lebendigen Kontrast zur strengen Architektur des Neubaus bildet.
Für die Umsetzung des Projekts stellt der Freistaat 70.000 Euro zur Verfügung. Das Kunstwerk soll bis zur Fertigstellung des gesamten Gebäudes im Jahr 2027 installiert werden.
Wer sehen möchte, welche anderen Ideen eingereicht wurden, kann dies bald tun. Alle Entwürfe des Wettbewerbs werden vom 7. September 2026 (12 Uhr) bis zum 18. September 2026 (16 Uhr) ausgestellt. Die Ausstellung findet im „Lila Foyer“ der terra mineralia im Schloss Freudenstein (Schlossplatz 4, Freiberg) statt. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.