Frankenberg: Warum Nadelbäume an Bächen problematisch sind
In Frankenberg/Sa. (Landkreis Mittelsachsen, Sachsen) gibt es wichtige Tipps für alle, die Bäume oder Sträucher an einem Bach pflanzen wollen. Die Stadt erklärt, warum gerade Nadelgehölze an diesen Stellen falsch sind. Das gilt zum Beispiel für Fichten, Kiefern oder den sogenannten Lebensbaum (Thuja).
Das Problem ist vor allem die Wurzel. Fichten bilden bei zu viel Nässe nur flache Wurzeln aus. Wenn es regnet oder das Wasser steigt, werden diese Wurzeln schnell unterspült. Das bedeutet, dass die Bäume keinen Halt bieten und das Ufer nicht absichern, sondern eher instabil machen.
Neben der Statik gibt es ein ökologisches Problem: Die Nadeln sorgen dafür, dass das Wasser im Bach übersäuert. Das ist schlecht für die kleinen Tiere, die dort leben. Bachflohkrebse oder Larven von Köcherfliegen können Nadeln nicht fressen. Sie brauchen stattdessen Laub als Nahrung.
Auch bei Laubgehölzen gibt es eine Falle. Der beliebte Kirschlorbeer ist nicht heimisch und kommt mit Staunässe schlecht klar. Auch seine Blätter sind für die Tiere im Wasser kaum verwertbar.
Wer seinem Gewässer wirklich helfen will, sollte auf heimische Arten setzen. Besonders gut geeignet sind die Schwarzerle, verschiedene Weiden oder die Gemeine Esche. Für kleinere Hecken oder die Gartengestaltung empfehlen sich Vogelkirsche, Eberesche oder der Schwarze Holunder.
Die Stadt weist zudem darauf hin, dass es rechtliche Regeln gibt. Im Wasserhaushaltsgesetz ist festgelegt, dass man passende Gehölze nicht einfach entfernen darf. Gleichzeitig ist es verboten, ungeeignete Pflanzen an den Gewässerrand zu setzen.
Die Informationen wurden gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie der unteren Wasserbehörde des Landkreises erstellt.