Feldkirchen-Westerham warnt vor Grundwassermangel
In Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim, Bayern) wird die Lage beim Wasser ernst genommen. Die Gemeinde und die Wasserversorger bitten die Menschen vor Ort, bewusster mit dem Trinkwasser umzugehen. Es geht dabei nicht nur um das Wasser aus dem Hahn, sondern vor allem um den Schutz des Grundwassers.
Das Problem ist einfach: Wenn es lange nicht regnet und die Temperaturen steigen, sinken die Grundwasserstände. Gleichzeitig wird in dieser Zeit mehr Wasser entnommen, zum Beispiel um den Garten zu gießen oder für die Landwirtschaft und Industrie. Das schadet der Natur und den Ökosystemen.
Eine Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung zeigt, dass Deutschland insgesamt unter Druck steht. In etwa der Hälfte aller Landkreise gibt es Probleme mit dem Grundwasser. In 141 Kreisen wird das Wasser übernutzt, weil jedes Jahr mehr als 20 Prozent des neu gebildeten Wassers entnommen werden. In 94 Landkreisen ist die Lage sogar so kritisch, dass man von akutem Wasserstress spricht.
Besonders gefährlich ist, dass das Grundwasser die Hauptquelle für unser Trinkwasser ist. Zudem versorgt es Pflanzen und speist unsere Bäche und Flüsse. Neben der Menge gibt es auch Probleme mit der Qualität, etwa durch Medikamentenrückstände oder Chemikalien.
Die Gemeinde gibt praktische Tipps, wie jeder im Alltag helfen kann. Im Bad helfen Sparduschköpfe und das kurze Abstellen des Wassers beim Zähneputzen. In der Küche sollten Waschmaschine und Geschirrspüler nur voll beladen und im Eco-Modus laufen. Auch die Spül-Stopp-Taste am Klo spart deutlich Wasser.
Im Garten ist Regenwasser aus Tonnen oder Zisternen die beste Wahl. Wer gießt, sollte das nur morgens oder abends tun, damit das Wasser nicht sofort verdunstet. Zudem hilft Mulch aus Rinde oder Rasenschnitt, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Statt aufwendigem Rasen empfiehlt die Gemeinde heimische Stauden, die besser mit Trockenheit klarkommen.
Die Ermittlungen zu den genauen Wasserverbräuchen in den verschiedenen Regionen dauern an, da oft Daten fehlen, wer wie viel Grundwasser nutzt.