Experten treffen sich in Immenstadt zum Moorschutz
In Immenstadt im Allgäu (Landkreis Oberallgäu, Bayern) fand eine große Fachexkursion der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) statt. Etwa 30 Experten aus drei Ländern tauschten sich darüber aus, wie man Moore, Gewässer und das Klima besser schützen kann. Die wichtigste Frage dabei: Wie funktioniert der Naturschutz, ohne dass die Landwirte ihr Geld verlieren?
Moore sind extrem wichtig für das Klima, weil sie riesige Mengen Kohlenstoff speichern und Wasser in der Landschaft halten. Dr. Michael Honisch vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) Kempten erklärte, dass die Probleme in der ganzen Bodenseeregion ähnlich sind. Deshalb müsse man über die Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten.
Behördenleiter Rainer Hoffmann betonte, dass der Schutz der Böden nur klappt, wenn die Bauern mitmachen. Die Betriebe sollen so weiterentwickelt werden, dass sie wirtschaftlich erfolgreich bleiben, während Verwaltung und Naturschutz als Partner auftreten. Das ist besonders wichtig, weil auch das Allgäu unter dem Klimawandel leidet. Es gibt öfter Starkregen, längere Trockenphasen und die Böden trocknen aus.
Der Moorbodenberater Georg Ott vom AELF Kempten zeigte auf, wie wertvoll die Torfschichten sind, die nur etwa einen Millimeter pro Jahr wachsen. Wenn man Moore entwässert, entweicht der Kohlenstoff in die Luft. Er stellte Lösungen vor, wie man nasse Flächen trotzdem nutzen kann, zum Beispiel durch Beweidung oder spezielle sogenannte Paludikulturen.
Auch konkrete Projekte wurden vorgestellt. Thorsten Metke vom Landratsamt Oberallgäu präsentierte ein Konzept gegen den Klimawandel mit 43 Maßnahmen. Zudem berichteten Leonie Schäfer, Maria Schweizer und Simon Mühlegg vom Landschaftspflegeverband über die Renaturierung im Tiefenberger Moor. Dort wird gemeinsam mit den Eigentümern gearbeitet, um die Moore wieder zu vernässen.
Zum Abschluss erklärte die Gewässerschutzberaterin Theresa Buhl an der Konstanzer Ach, warum der Schutz weit über das Ufer des Großen Alpsees hinausgeht. Durch gezielte Maßnahmen soll der Wasserabfluss gebremst und die Wasserqualität im See verbessert werden.
Die Experten kamen zu dem Schluss, dass Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung nur gemeinsam Erfolg haben. Passende Fördergelder und ein regelmäßiger Austausch zwischen den Ländern sind dafür die Grundlage.