Esslingen: Adenauerbrücke am Freitag zum Großteil gesperrt
Am Freitag, den 7. August, wird die Adenauerbrücke in Esslingen am Neckar (Landkreis Esslingen, Baden-Württemberg) gegen 13 Uhr zum Großteil für Autos und Lkw gesperrt. Die Stadt muss handeln, weil das Bauwerk nicht mehr sicher ist. Zwar gibt es laut Stadtverwaltung aktuell keine akute Einsturzgefahr, aber die Brücke ist in einem schlechten Zustand.
Das Problem liegt tief im Inneren der Brücke. Dort verlaufen die sogenannten Spannglieder, die für die Stabilität sorgen. Bei genauen Untersuchungen im Mai und Juni haben Experten Beton aufgebrochen und dabei festgestellt, dass der Stahl korrodiert ist. Es gibt Risse in den tragenden Elementen. Das liegt zum einen an dem damals verwendeten Stahl aus den 1970er-Jahren, zum anderen wurden beim Bau Fehler gemacht. Die schützenden Rohre wurden teilweise nicht richtig mit Mörtel gefüllt.
Die Folgen für den Verkehr sind massiv, da täglich rund 30.000 Fahrzeuge über die rund einen Kilometer lange Brücke fahren. Wer stadtauswärts in Richtung B10, Berkheim oder Sirnau will, kann die Brücke ab der Kurt-Schumacher-Straße weiterhin nutzen. Dieser Teil ist älter und hat andere Stahlteile, die nicht betroffen sind. Auch die Neckarinsel bleibt so erreichbar.
In die Stadt hinein sieht es anders aus: Zwischen der B10 und der Zufahrt zur Neckarinsel ist die Brücke für den allgemeinen Verkehr komplett dicht. Nur Busse und Einsatzfahrzeuge dürfen hier durchfahren. So soll verhindert werden, dass die Hauptfeuerwehr durch Staus blockiert wird. Radfahrer und Fußgänger dürfen die Brücke weiterhin komplett nutzen.
Die Experten empfehlen nun den Rückbau der Brücke, da man die beschädigten Teile im Inneren nicht ersetzen kann. Die Stadt plant deshalb bereits einen Neubau. Im Oktober sollen dem Gemeinderat erste Optionen und Kosten vorgestellt werden. Oberbürgermeister Matthias Klopfer warnt jedoch, dass die Einschränkungen wohl über viele Jahre anhalten werden, bis ein neues Bauwerk steht.