Esslingen baut neue Wohngemeinschaften für Senioren
Esslingen am Neckar (Baden-Württemberg) möchte sein Angebot für Senioren und Pflegebedürftige ausbauen. Bisher gibt es oft nur die Wahl zwischen der eigenen Wohnung oder dem klassischen Pflegeheim. Die Stadt will nun eine Lösung dazwischen schaffen: ambulant betreute Wohngemeinschaften.
Das Konzept sieht so aus: Die Bewohner haben zwar ihr eigenes Zimmer, teilen sich aber Gemeinschaftsräume. Zusammen wird gekocht und gegessen, und der Alltag wird gemeinsam gestaltet. Damit die Menschen sicher wohnen können, sind rund um die Uhr Betreuungskräfte vor Ort. Wenn medizinische Hilfe nötig ist, kommen ambulante Pflegedienste dazu. Auch die Angehörigen sollen sich hier mehr einbringen können als in einem normalen Heim.
Geplant sind drei solcher Gemeinschaften an zwei Standorten. Im Stadtteil Zell wird es am Standort „Am Alten Neckar“ zwei Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Plätzen geben. Zusätzlich entstehen dort 16 Appartements für betreutes Wohnen. Die Stadt rechnet hier mit Kosten von rund zehn Millionen Euro.
Im Stadtteil Mettingen soll eine weitere Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen entstehen. Diese kommt auf das Gelände der alten Grundschule. Da man das alte Gebäude nicht barrierefrei umbauen kann, wird es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das kostet etwa 3,1 Millionen Euro.
Der Verwaltungsausschuss hat nun grünes Licht für die nächsten Schritte gegeben. Zuerst wird ein Architekturbüro gesucht, das die Planung für beide Standorte übernimmt. Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die Bauarbeiten im Jahr 2027.
Ein neues Gesetz (das Teilhabe- und Pflegequalitätsgesetz) hilft bei dem Vorhaben. Da diese Wohnformen nicht mehr unter das strenge Heimgesetz fallen, kann die Stadt die Häuser flexibler planen und organisieren. So kann man später besser auf neue Anforderungen in der Pflege reagieren.