Drogenkonsum und wilde Zelte am Alten Südfriedhof in München
Am Alten Südfriedhof (München) geht es laut Bürgerbeschwerden drunter und drüber. Besucher berichten von unhaltbaren Zuständen: Menschen konsumieren dort offen harte Drogen, urinieren neben den Gräbern oder nutzen das Gelände als Toilette. Überall liegt Müll, und es gab immer wieder Matratzenlager und Zelte zwischen den Grabsteinen.
Die Polizei bestätigt, dass die Drogenszene den Friedhof vor allem im Sommer nutzt. Viele weichen dorthin aus, weil es rund um das Sendlinger Tor durch verstärkte Kontrollen der Task Force schwieriger geworden ist, ungestört zu konsumieren. Besonders schlimm ist es beim Zugang am Stephansbergl und im Durchgang zwischen der Thalkirchner Straße und der Pestalozzistraße. Dort finden Beamte regelmäßig Spritzen und anderes Drogen-Zubehör.
Auch Obdachlose haben den Ort als Schlafplatz genutzt. In einem öffentlichen Durchgang wurde zuletzt ein Zeltlager errichtet. Am 2. Februar 2026 wurde diese Zeltstätte gemeinsam mit einer speziellen Arbeitsgruppe zwangsgeräumt. Laut Stadtverwaltung gibt es aktuell keine weiteren illegalen Lager mehr auf dem Gelände.
Die Stadt versucht, die Situation mit verschiedenen Maßnahmen zu verbessern. Weil es in München keine speziellen Drogenkonsumräume gibt, landen die Spritzen oft im Freien. Deshalb wurden spezielle Abwurfbehälter aufgestellt. Zudem gehen sogenannte „Pumpen-Picker“ regelmäßig über den Friedhof, um gebrauchte Spritzen einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen. Streetworker versuchen ebenfalls, die Betroffenen zu erreichen, allerdings fehlen hierfür oft die personellen Ressourcen.
Für die Zukunft plant die Polizei, die Präsenz am Friedhof wieder zu erhöhen, sobald es wärmer wird und mehr Menschen das Gelände besuchen. Die Stadt setzt zudem auf die Taskforce im südlichen Bahnhofsviertel, da der Alte Südfriedhof und der nahegelegene Nußbaumpark als eine Einheit betrachtet werden. Man hofft, dass soziale Hilfsangebote und mehr Kontrollen die Verwahrlosung dauerhaft stoppen.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: München – zur Originalmeldung