Dessau-Roßlau: Mann ohne Ticket in Haft
Am Mittwochmorgen, gegen 09:55 Uhr, stieg ein 24-jähriger Mann in einen Zug von Roßlau nach Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Als der Zugbegleiter die Fahrkarten kontrollierte, konnte der Mann kein gültiges Ticket vorzeigen. Der Mitarbeiter rief daraufhin die Bundespolizei.
Die Beamten warteten bereits am Hauptbahnhof Dessau auf dem Bahnsteig fünf. Dort sprachen sie den jungen Mann an und prüften seine Daten im Computersystem. Dabei kam schnell heraus, dass die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hatte.
Die Geschichte mit dem Gericht begann schon im Juni 2025. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau hatte den syrischen Staatsangehörigen damals wegen des Erschleichens von Leistungen zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt. Wer das Geld nicht bezahlt, muss stattdessen eine Ersatzfreiheitsstrafe absitzen. Da der Mann den Betrag nicht vollständig bezahlt hatte und nicht zum Haftantritt erschien, wurde er vor einigen Tagen offiziell gesucht.
Die Polizisten eröffneten dem Mann den Haftbefehl und nahmen ihn fest. Sie brachten ihn zur Dienststelle am Hauptbahnhof. Dort hatte er die Chance, die Haft abzuwenden, indem er den restlichen Betrag von 390 Euro sofort bezahlte. Das Geld hatte er jedoch nicht dabei.
Jetzt muss der Mann für 13 Tage in eine Justizvollzugsanstalt. Zusätzlich wurde eine neue Strafanzeige wegen des Erschleichens von Leistungen gegen ihn erstattet. Die Beamten haben die zuständige Behörde über die Festnahme informiert.
Ob und inwieweit sich der Verdächtige in dem neuen Verfahren strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Magdeburg – zur Originalmeldung