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Crimmitschau: Kulturministerin besucht neue Ausstellung in Tuchfabrik

In der historischen Tuchfabrik Gebr. Pfau wird jüdische Kultur mit Industriegeschichte verknüpft. Kulturministerin Barbara Klepsch besichtigte vorab die Installation der Künstlerin Maja Gratzfeld.

Kulturministerin Barbara Klepsch war am 2. September 2026 zu Gast in der Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau (Sachsen). Sie wollte sich ein Bild von der neuen Installation „Verwobene Echos – Farben der Religionen“ machen, noch bevor die Ausstellung offiziell für alle Besucher öffnet.

Die Künstlerin Maja Gratzfeld hat für diesen Ort etwas Besonderes geschaffen. Sie nutzt Stoffbahnen, Farben und persönliche Gegenstände, um eine Brücke zwischen früher und heute zu bauen. Ein zentrales Thema sind dabei Hände, die sowohl für die Arbeit in der Fabrik als auch für das Gebet stehen. Die Künstlerin hat dafür Fotos von Händen ehemaliger Textilarbeiterinnen auf Stoff gedruckt und mit Pflanzenfarben kombiniert. So wird die jüdische Textilgeschichte Sachsens im Raum greifbar.

Zusätzlich gibt es im Foyer die Wanderausstellung „Sichtbare Vielfalt. Religionen in Sachsen“. Hier geht es weniger um Theorie, sondern um echte Menschen. Anhand von Lebensgeschichten wird gezeigt, welche verschiedenen Religionen es im Freistaat gibt. Für den Standort in der Tuchfabrik wurden spezielle Stücke ergänzt, wie zum Beispiel ein indischer Saree oder ein Tallit aus Chemnitz.

Die Tuchfabrik selbst ist ein riesiges Industriemuseum auf fast 9.000 Quadratmetern. Dort stehen noch die alten Maschinen, mit denen früher Wollstoffe hergestellt wurden. Oberbürgermeister André Raphael betonte bei dem Besuch, wie wichtig die Textilindustrie für die Identität von Crimmitschau ist. Die neue Kunstinstallation zeige, dass dieses Erbe nicht starr ist, sondern Menschen auch heute noch inspiriert.

Der Besuch passt in das größere Projekt „TACHELES 2026“. Das ist das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, das vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026 läuft. Ministerin Klepsch zog bei dem Termin ein Zwischenfazit: Das Interesse sei riesig. Bisher gibt es bereits 853 Programmpunkte in 93 Städten und Gemeinden. Bis zum Ende des Jahres sollen es mehr als 1.000 werden.

Unterstützt wurde das Projekt in der Tuchfabrik durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Insgesamt fördert die Stiftung im Rahmen des Themenjahres rund 150 Vorhaben mit mehr als 1,4 Millionen Euro.

Quelle: Medienservice Sachsen – zur Originalmeldung

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