Coesfeld: Polizei kontrolliert Tempo gegen Wildunfälle
Die Polizei in Coesfeld (Kreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen) hat am Mittwochmorgen eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Die Messstelle stand an der B474 am Brink. Der Grund für den Einsatz ist die hohe Zahl an Wildunfällen. Allein an dieser Stelle gab es im Jahr 2025 insgesamt 18 Unfälle. In diesem Jahr sind es bisher schon acht.
Insgesamt 104 Fahrzeuge wurden gemessen. Bei 15 Fahrern war das Tempo so hoch, dass sie eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit bekamen. Der schnellste Fahrer raste mit 104 Kilometern pro Stunde durch die Kontrolle, obwohl dort nur 70 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. 89 weitere Menschen mussten ein Verwarngeld zahlen.
Thomas Eder, Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde und ranghöchster Polizist im Kreis, will die Unfallzahlen senken. Im Jahr 2025 gab es im gesamten Kreis 1540 registrierte Unfälle mit Wildtieren. Das ist zwar weniger als der Höchstwert von 1704 Unfällen aus dem Jahr 2023, aber immer noch zu viel. Im letzten Jahr wurde ein Mensch bei einem solchen Unfall schwer verletzt, fünf weitere Menschen leicht.
Aktuell ist es besonders gefährlich, weil die Tiere in der Brunft sind. Am Brink ist zudem Damwild unterwegs, das bis zu 90 Kilo wiegen kann. Eder betont, dass nur wer langsam genug fährt, eine Chance hat, einen Unfall zu vermeiden. Er rät: Wenn ein Tier auf die Straße springt, stark bremsen, das Lenkrad fest halten und möglichst nicht ausweichen.
Nach einem Unfall müsse man die Stelle absichern und die Polizei oder den Jagdpächter informieren. Bei Verletzten sei Erste Hilfe und der Notruf wichtig. Während der Kontrolle beobachteten einige Rehe das Geschehen aus der Ferne, blieben aber auf der Wiese. So half die Präsenz der Polizei in diesem Moment beiden Seiten.