Chiemsee: Seltene Vögel erfolgreich ausgebrütet
Am Chiemsee (Landkreis Traunstein, Bayern) war die Brutsaison 2026 ein voller Erfolg. Der seltene Flussregenpfeifer kehrt jedes Jahr aus Afrika zurück und baut seine Nester direkt im Kies am Ufer. Das ist riskant, weil die Vögel ihre Eier einfach in eine flache Mulde im Boden legen. Da die Menschen genau diese Kiesflächen zum Entspannen nutzen, sind die Nester oft in Gefahr.
Gebietsbetreuer Dirk Alfermann konnte dieses Jahr mindestens fünf erfolgreiche Bruten sicher nachweisen. Weitere Vögel dürften vor allem im geschützten Achendelta gebrütet haben. Das ist bemerkenswert, da das Wetter schön war und deshalb besonders viele Menschen an den Ufern unterwegs waren. Die Küken des Flussregenpfeifers sind mit nur fünf Gramm extrem klein und empfindlich. Schon kurze Störungen können dazu führen, dass die Elternvögel das Nest verlassen und die Jungen in Gefahr geraten.
Um die Vögel zu schützen, gab es während der gesamten Saison temporäre Absperrungen und Hinweisschilder an den Brutplätzen. Diese Bereiche sind nun wieder für alle freigegeben, da die Jungvögel erfolgreich ausgeflogen sind. Alfermann betont, dass dies nur durch die Hilfe von Ehrenamtlichen geklappt hat. Diese haben die Plätze kontrolliert, die Zäune aufgebaut und die Besucher informiert.
Ein wichtiger Faktor war die Rücksichtnahme der Menschen. Wer Hunde anleinte, auf den Wegen blieb und die Absperrungen respektierte, hat direkt zum Überleben der Art beigetragen. Ähnliche Projekte an der Tiroler Achen haben bereits gezeigt, dass solche zeitlich begrenzten Sperren gut funktionieren. Deshalb wird dieses Konzept auch in der Brutsaison 2027 wieder angewendet, um sowohl den Flussregenpfeifer als auch den Flussuferläufer zu schützen.