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Borken gedenkt der Deportation jüdischer Bürger

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Am 6. September 2026 jährt sich die Verschleppung der letzten drei jüdischen Einwohner aus Borken (Hessen). Die Stadt erinnert an das Schicksal der Familie Appel.

Im Januar 1933 lebten in Borken (Hessen) noch etwa 170 Jüdinnen und Juden. Sie waren in 40 Familien aufgeteilt, gut integriert und betrieben im Ort verschiedene Geschäfte und Metzgereien. Die Namen Appel und Rosenbusch waren dabei am häufigsten.

Bis 1938 konnten etwa die Hälfte der jüdischen Bürger aus Deutschland fliehen. Viele suchten Zuflucht in den USA, Holland oder Palästina, aber auch in Ländern wie Australien, Argentinien oder Südafrika. Ab Februar 1939 wurden fast alle Verbliebenen zwangsweise in sogenannte Judenhäuser nach Kassel und Frankfurt geschickt.

Nur drei Menschen lebten im September 1942 noch in Borken: der 61-jährige Simon Appel sowie das Ehepaar Isaak und Berta Appel, die 67 und 64 Jahre alt waren. Am 6. September 1942 hielt ein Sammelzug der Nationalsozialisten um 07:58 Uhr in Borken. Unter Begleitung von Polizisten wurden die drei Appels zwangsweise in den Zug gezwungen. Die Gestapo hatte dies unter dem Begriff „Evakuierung“ geplant und genau festgelegt, wie viel Gepäck und Essen die Menschen mitnehmen durften.

Zuerst kamen die Deportierten in ein Sammellager in Kassel. Dort untersuchte die Gestapo das Gepäck und nahm Geld, Uhren und Schmuck weg. Am nächsten Tag, dem 7. September 1942, ging es mit 755 Menschen aus dem Regierungsbezirk Kassel weiter in das Konzentrationslager Theresienstadt.

Die Bedingungen im Lager waren grausam. Hunger, Kälte und mangelnde Hygiene führten zu vielen Todesfällen. Auch Isaak Appel starb dort am 15. Februar 1943. Simon Appel erlag den Bedingungen im Lager am 28. März 1943. Nur 50 Menschen aus dem Kasseler Transport überlebten bis zur Befreiung durch die russische Armee am 8. Mai 1945. Berta Appel gehörte zu den Überlebenden. Sie wanderte später zu ihren Töchtern nach New York aus.

Die Stadt erinnert mit diesem Rückblick an die Zeit, als Borken durch die Deportationen „judenfrei“ wurde.

Quelle: Borken – zur Originalmeldung

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