Berlin: Mängel beim Katastrophenschutz für Menschen mit Behinderungen
In Berlin (Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland) gibt es Probleme beim Schutz von Menschen mit Behinderungen in Notfällen. Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Christine Braunert-Rümenapf, hat dazu einen Bericht vorgelegt. Senatorin Cansel Kiziltepe hat das Dokument am 11. August 2026 dem Senat übergeben. Nun geht der Bericht auch an das Abgeordnetenhaus.
Im Kern geht es um einen Stromausfall, der im Januar 2026 im Bezirk Steglitz-Zehlendorf passiert ist. Die Landesbeauftragte hat sich genau angeschaut, wie es den Betroffenen damals ging. Sie stützte sich dabei auf schriftliche Unterlagen und Gespräche. Das Ergebnis ist deutlich: Die Behörden haben die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen vernachlässigt.
Es gibt vier große Problembereiche. Erstens waren die Informationen nicht barrierefrei. Zweitens waren Notunterkünfte, Informationspunkte und sogenannte Katastrophenschutzleuchttürme nicht passend gestaltet. Drittens wurden gemeinschaftliche Wohnformen nicht systematisch beachtet. Viertens gab es Probleme dabei, Menschen mit Behinderungen in ihren Privatwohnungen zu finden und zu versorgen.
Kritik gibt es auch an der Zeit nach dem Stromausfall. Die Landesbeauftragte bemängelt, dass der Senat die Rechte von Menschen mit Behinderungen bei der Aufarbeitung des Vorfalls nicht ausreichend beachtet hat. Laut dem Bericht müssen die Maßnahmenpakete des Senats nachgebessert werden. Die Empfehlungen richten sich sowohl an den Senat als auch an die einzelnen Bezirke.
Christine Braunert-Rümenapf fordert, dass ein inklusives Katastrophenmanagement in der nächsten Legislaturperiode ein wichtiges Ziel wird. Menschen mit Behinderungen sollen dabei als Experten in eigener Sache einbezogen werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention eingehalten werden, die Sicherheit für alle Menschen in Gefahrensituationen fordert.