Bensheim: Handgemachte Decken helfen Menschen mit Demenz
Im Pfarrzentrum Sankt Georg in Bensheim (Landkreis Bergstraße, Hessen) gab es am Mittwoch eine besondere Übergabe. Der Nähtreff der Pfarrei Heilig Geist hat sogenannte Nesteldecken für das Netzwerk Demenz genäht. Diese quadratischen Decken sind 60 mal 60 Zentimeter groß und im Patchwork-Stil gearbeitet.
Das Besondere an den Decken: Sie haben verschiedene Knöpfe, Reißverschlüsse und andere Materialien angenäht. Menschen mit Demenz können die Decken auf den Schoß legen und die Dinge ertasten oder öffnen und schließen. Das hilft dabei, die Feinmotorik zu trainieren und die Geschicklichkeit der Hände länger zu behalten.
Die Decken sind echte Unikate und wurden komplett aus Spenden hergestellt. Die Frauen vom Nähtreff haben Stoffe und Knöpfe aus ihrem eigenen Vorrat genutzt, damit nichts neu gekauft werden musste. Damit die Decken lange halten, gibt es eine Waschanleitung: Man soll sie in einem Kissenbezug waschen und auf keinen Fall in den Trockner stecken.
Nun gehen die Decken an verschiedene Einrichtungen in der Stadt. Sie landen unter anderem im Caritasheim Sankt Elisabeth, im AWO-Sozialzentrum, in der Seniorenresidenz Villa Medici und im Seniorenheim Wiesengrund. Auch die Tagespflege der Caritas und die Diakoniestation bekommen Exemplare. Ein paar Decken bleiben beim Netzwerk Demenz für Angehörigentreffen und Veranstaltungen.
Wer selbst lernen möchte, wie man solche Decken näht, kann an einem kostenlosen Workshop teilnehmen. Dieser findet am Samstag, den 31. Oktober 2026, statt. Es gibt zwei Termine: einen von 11 bis 14 Uhr und einen von 14.30 bis 17.30 Uhr. Wichtig ist, dass die Teilnehmer bereits Grundkenntnisse an der Nähmaschine haben. Pro Termin gibt es nur acht Plätze.
Interessierte können sich von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 13 Uhr bei Stephanie Gescheidle vom Netzwerk Demenz anmelden. Erreichbar ist sie unter der Telefonnummer 06251 86991-62 oder per E-Mail an [email protected].
Der Nähtreff hat eine bewegte Geschichte. Er startete 2015, um Einheimischen und Migrantinnen aus Ländern wie Afghanistan, Indien oder Brasilien ein gemeinsames Hobby zu bieten und die Integration zu fördern. Über die Jahre haben die Frauen viele Charity-Projekte gestemmt, etwa 4500 Masken während der Corona-Zeit oder Kleidung für die Ukraine.
Quelle: Bensheim – zur Originalmeldung