Bensheim gestaltet oberen Marktplatz neu
Am oberen Marktplatz in Bensheim (Landkreis Bergstraße, Hessen) sieht es bald anders aus. Seit knapp drei Wochen wird dort gearbeitet, um eine Fläche nutzbar zu machen, die seit 2019 brach lag. Dort, wo früher das Haus am Markt stand, gab es lange Zeit nur Schutt und Schotter. Nun biegen die Bauarbeiten auf die Zielgerade ein.
Die Stadt wollte den Bereich aufwerten, doch für eine komplette Neugestaltung reicht das Geld im Stadthaushalt derzeit nicht. Deshalb wurde ein Plan gewählt, der mit einem überschaubaren Budget von rund 71.000 Euro auskommt. Diese Summe investiert die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Bensheim (MEGB), der die Fläche gehört.
Das Wichtigste ist der neue Boden. Der alte Schutt ist weg. Stattdessen gibt es jetzt eine Mischung aus Pflastersteinen und einer speziellen Schicht aus Bessunger Faulkies. Ein gepflasterter Weg hilft Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen, sich besser auf der Fläche zu bewegen. Ganz barrierefrei geht es wegen der Lage des Geländes zwar nicht, aber es ist nun deutlich einfacher.
Die Bauarbeiten waren kompliziert, weil unter der Erde alte Kelleranlagen liegen. Diese waren teilweise mit Bauschutt gefüllt. Damit die Keller nicht zerstört werden, mussten die Planer den Bereich leicht anheben und eine weitere Treppe einbauen. Die grauen Pflastersteine und alle anderen Details wurden vorab mit der Denkmalbehörde abgesprochen.
Nach den Bauarbeiten geht es mit der Verschönerung weiter. Im Herbst kommen in einem erhöhten Beet mediterrane Pflanzen an die Sandsteinmauer. Diese Pflanzen vertragen Hitze gut und werden über ein Tropfsystem bewässert. Im Frühjahr 2027 folgen drei große Sonnensegel und mobile Sitzmöbel. Außerdem soll die Sandsteinmauer abends indirekt beleuchtet werden.
Im Gespräch wurde auch das Thema Bäume in der Fußgängerzone angesprochen. Die Stadt erklärte, dass echte Bäume an vielen Stellen nicht möglich sind. Unter dem Pflaster verlaufen zu viele Leitungen für Gas, Wasser und Strom, und die Feuerwehr muss jederzeit durchkommen. Deshalb setzt die Stadt auf Alternativen wie Pflanzkübel und die neuen Sonnensegel.
Da es sich um eine private Fläche handelt, die aber öffentlich genutzt wird, überlegt die Stadt zudem, eine Videoüberwachung zu installieren. Damit soll Vandalismus verhindert werden. Bürgermeisterin Christine Klein bezeichnete die Maßnahmen als wichtigen Zwischenschritt, um die Brache in einen einladenden Ort zu verwandeln.
Quelle: Bensheim – zur Originalmeldung