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Bad Reichenhall: Stadtgärtner erklären Plan für das Stadtgrün

Informationsrundfahrt der Reichenhaller Stadtgärtnerei Copyright und Urheber siehe Bad Reichenhall

Die Stadtgärtnerei hat gemeinsam mit dem Bund Naturschutz eine Rundfahrt durch Bad Reichenhall gemacht. Dabei ging es vor allem darum, welche Bäume in Zukunft in der Stadt überleben können.

Die Stadtgärtnerei Bad Reichenhall (Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern) hat ihre alljährliche Informationsrunde gemacht. Zusammen mit dem Bund Naturschutz und dem Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung ging es durch die Stadt, um das Stadtgrün unter die Lupe zu nehmen. In diesem Jahr standen nicht nur Fällungen im Fokus, sondern vor allem die Frage, welche Bäume mit dem Klimawandel klarkommen.

Die Tour startete beim Hochseilgarten am Nonner Stadion. Dort zeigten die Gärtner die Folgen der Stürme aus dem Jahr 2025. Der Wind hatte eine Lücke in den Baumbestand gerissen. Durch die neue Sonne bekommen die Buchen nun Sonnenbrand, was zu Rissen in der Rinde führt. Über diese Risse dringen Pilze ein, wodurch die Bäume instabil werden und leichter brechen können. Um das zu verhindern, wurden drei große Lärchen gepflanzt.

Am Parkplatz des Kirchberger Bahnhofs wurde erklärt, warum die Wahl der Baumart so wichtig ist. Dort wurden vier neue sogenannte Klimabäume gepflanzt – in diesem Fall Eichen, weil sie dort gut passen. Die Gärtner warnten jedoch vor sogenannten Zukunftsbäumen wie dem Blauglockenbaum oder dem Götterbaum. Diese seien für Straßen völlig ungeeignet, da ihre Wurzeln den Asphalt aufbrechen. In der Schweiz sind diese Arten bereits seit 2024 verboten. Ein solches Beispiel führte letztes Jahr bereits dazu, dass ein Baum gegenüber dem Hotel Axelmannstein gefällt werden musste.

In der Wisbacherstraße testete die Stadt ein neues Format: Die Anwohner wurden per Brief zu einem gemeinsamen Gang durch die Allee eingeladen, um direkt vor Ort über Pläne zu sprechen.

Auch im Karlspark gab es viel zu tun. Das „Grüne Klassenzimmer“ wurde mit neuen Sitzflächen aus Baumstämmen aufgewertet. Der Baumlehrpfad wurde ebenfalls verbessert. Ein großer Habitatbaum mit vier verschiedenen Pilzarten dient dort nun als Beispiel für den Unterricht. Bei den Linden gegenüber dem Hofwirt Salettl gibt es Probleme mit Misteln und mangelnder Vitalität. Hier wird nun ein spezieller Schnitt gemacht, damit die Bäume nicht umfallen, aber trotzdem als Lebensraum für Tiere erhalten bleiben. Positiv ist, dass die Ulmen im Park nach dem großen Ulmensterben wieder erfolgreich zurückkehren.

Stadtgartenmeister Haberlander betonte, dass man nicht jeden Baum mit Gewalt erhalten könne. Manchmal sei es besser, einen Baum früher zu entfernen und rechtzeitig einen passenderen Jungbaum zu pflanzen. Ein Beispiel war eine Kaukasische Flügelnuss: Trotz aufwendiger Sicherungen mit 250 Metern Gurtband starb der Baum kurz nach der diesjährigen Rundfahrt endgültig ab.

Die Stadt will die Bürger künftig stärker mitnehmen und transparent informieren, wenn Bäume gefällt werden müssen. Wer genau wissen will, welche Bäume wo gefällt oder gepflanzt werden, kann das „Baumprogramm 2026“ auf der Webseite der Stadt einsehen.

Quelle: Bad Reichenhall – zur Originalmeldung

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