Ausflugsziele in Böhmenkirch: Von Burgruinen bis zum Mordloch
Wer die Gemeinde Böhmenkirch (Landkreis Göppingen, Baden-Württemberg) besucht, findet eine vielfältige Landschaft mit Wäldern und freien Höhen. Besonders bekannt ist die Burg Ravenstein, die vermutlich schon um 1090 erbaut wurde. Sie gehört zu den ältesten Höhenburgen in der Region. Wer es mystischer mag, kann das Mordloch besuchen. Es ist mit einer Länge von 4.320 Metern die zweitlängste Höhle der Schwäbischen Alb. Die Höhle ist ein Labyrinth aus Gängen und Seen. Im Februar 1977 kam es hier zu einem spektakulären Einsatz, als vier Sporttaucher durch Hochwasser für 57 Stunden eingeschlossen waren.
Für Familien bietet sich die Obere Roggenmühle an. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1100 und wurde ursprünglich von den Herren der Burg Ravenstein errichtet, um die Wasserkraft der Eyb zu nutzen. Heute gibt es dort eine Gastwirtschaft mit schwäbischen Spezialitäten und Forellen. In der Nähe liegt auch die Straußenfarm Lindenhof, wo Nachwuchs von Straußen aufgezogen und Produkte wie Fleisch, Leder oder Eier im Hofladen verkauft werden.
Auch technisch Interessierte kommen auf ihre Kosten. Auf dem Schnittlinger Berg stehen eine Wetterstation und ein Funkturm. Die Station begann 1936 als Wetterfunkstelle der Luftwaffe. Der heutige Fernmeldeturm ist 130 Meter hoch und ein Wahrzeichen der Gegend. Direkt daneben gibt es den Wind & Wetter Erlebnispark mit einem interaktiven Infoparcours zum Thema Energie.
Wer gerne wandert, findet im Roggental ein enges Tal mit bewaldeten Hängen. Ein weiteres Naturschutzgebiet sind die Rauhen Wiesen zwischen Böhmenkirch und Bartholomä, wo man besondere Hülben – also wassergefüllte Vertiefungen – finden kann. Auch das Magental bei Steinenkirch ist wieder geöffnet und lädt zu Wanderungen ein.
Religiöse und historische Orte prägen das Bild ebenfalls. Die Patrizkapelle wurde 1733 erbaut und ist dem Patron gegen Viehseuchen geweiht. Die Kolomankapelle in den Heidhöfen wurde 2007 von den Bewohnern in Eigenregie neu gebaut. Die neugotische Pfarrkirche St. Vitus entstand ab 1865 nach einem Dorfbrand. Ein düsteres Zeugnis der Vergangenheit ist die Galgenlinde an der B 466 Richtung Heidenheim, die früher als Gerichtsbaum diente und an der Todesurteile durch Erhängen vollstreckt wurden.