Zoo Neuwied zeigt kleine Wunder der Natur
Im Zoo Neuwied (Rheinland-Pfalz) gibt es mehr zu sehen, als man auf den ersten Blick vermutet. Während die meisten Besucher die großen Tiere mit Fell oder Federn bestaunen, versteckt sich im Exotarium in der oberen Etage eine ganz andere Welt: die der Wirbellosen.
Besonders die leuchtend roten Zwerggarnelen fallen auf. Die kleinen Krebse werden maximal drei Zentimeter lang und kommen ursprünglich aus Ostchina. Im Aquarium erledigen sie einen wichtigen Job, denn sie fressen Algen und Futterreste weg. So halten sie das Wasser sauber.
Ebenfalls im Exotarium zu finden sind die Sungay-Gespenstschrecken. Diese Tiere sind bis zu acht Zentimeter lang und sehen fast exakt wie ein kleiner Ast aus. Durch diese perfekte Tarnung sind sie für viele Besucher kaum zu erkennen. Eine Besonderheit ist zudem ihre Vermehrung: Die Weibchen können sich ohne Männchen fortpflanzen. Aus unbefruchteten Eiern schlüpfen nach vier bis sechs Monaten kleine Nymphen.
Tierpfleger Thorben Maur, der das Exotarium betreut, sagt, dass viele Leute an diesen Tieren einfach vorbeilaufen. Wer sich aber kurz Zeit nimmt, entdeckt die spannenden Anpassungen der Natur.
Auch außerhalb der Gehege gibt es viel zu beobachten. Auf den Blumenstreifen des Zoos, zum Beispiel zwischen dem Lavendel, tummeln sich Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer. Der Zoo möchte so auch heimischen Arten einen Rückzugsort bieten.
Passend dazu läuft aktuell die Kampagne „Wetlands for Life“ der EAZA. Dabei geht es um die Bedeutung von Feuchtgebieten. Besucher können mithilfe der kostenlosen App „iNaturalist“ selbst mithelfen. Wer die App herunterlädt und dem Projekt „Zoo Neuwied: EAZA Wetlands for Life“ beitritt, kann Fotos von Pflanzen und Tieren im Zoo machen und hochladen. Die App hilft dabei, die Arten zu bestimmen. So wird dokumentiert, welche Tiere sich außerhalb der Gehege im Zoo aufhalten.
Quelle: Neuwied – zur Originalmeldung