Wildeshausen setzt Schmetterlinge gegen giftige Pflanzen ein
In Wildeshausen (Landkreis Oldenburg, Niedersachsen) gibt es ein Problem mit dem Jakobskreuzkraut. Die Pflanze sieht mit ihren gelben Blüten harmlos aus und wird bis zu einem Meter hoch. Doch sie ist giftig. Vor allem Pferde und Rinder können schwere Leberschäden bekommen, wenn sie das Kraut fressen.
Besonders schlimm ist die Situation auf der Ausgleichsfläche hinter der Schmiedenstraße an der Visbeker Straße. Dort wächst das Giftkraut massiv. Die Anwohner haben sich schon öfter beschwert, aber die Stadt fand bisher keinen Weg, die Pflanzen effektiv zu bekämpfen.
Jetzt probiert das Bauamt einen neuen Ansatz aus. Marleen Meinel vom Bauamt hat einen Tipp von der Naturschutzbehörde bekommen und den Landwirt Andreas Frahm aus Schleswig-Holstein kontaktiert. Der Experte weiß, wie man den Schmetterling namens Blutbär einsetzt. Die Raupen dieses Falters fressen nämlich genau die Blätter und Blüten des Jakobskreuzkrauts.
Das Ziel ist klar: Die Raupen sollen die Pflanzen so stark schwächen, dass sie keine Samen mehr bilden können. Wenn das klappt, kann die Fläche an der Visbeker Straße später wieder als Weideland genutzt werden. Gemeinsam mit dem Landwirt, der das Land auch pachten wird, hat die Stadt bereits mit dem Aussetzen der Raupen begonnen.
Schnelle Ergebnisse darf sich niemand erhoffen. Die Natur braucht Zeit. Die Stadt rechnet damit, dass man erst in drei bis vier Jahren sehen wird, ob die Methode wirklich funktioniert.