Weiterstadt: Großkontrolle an Rastanlage mit vielen Verboten
Am Donnerstag gab es an der Rastanlage Gräfenhausen-Ost in Weiterstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen) eine riesige Kontrolle. Die Polizei aus Südhessen wurde dabei von Kollegen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und anderen Teilen Hessens unterstützt. Auch der Zoll, das Regierungspräsidium Darmstadt und das Veterinäramt waren dabei. Insgesamt schauten sich die Beamten 21 Busse, 34 Fahrer und über 340 Fahrgäste genau an.
Die Bilanz der Kontrolle ist schlecht: Nur sechs Busse waren komplett in Ordnung. Fünf Fahrzeuge hatten technische Mängel, und bei vier Bussen war die Weiterfahrt so gefährlich oder illegal, dass die Polizei sie sofort stoppte. Insgesamt wurden Sicherheitsleistungen von über 13.000 Euro eingezogen, um die anstehenden Verfahren abzusichern.
Besonders dreist waren einige Fahrer im Linienverkehr. Ein Fahrer auf der Strecke zwischen der Ukraine und Deutschland nutzte fremde Fahrerkarten. Damit wollte er verschleiern, dass er viel zu lange am Steuer gesessen hatte. Die Polizei fand die Karten bei einer Durchsuchung und nahm sie mit. Gegen den Mann läuft nun ein Strafverfahren.
Zwei andere Fahrer, die aus dem Kosovo kamen, versuchten es mit alten Papieren. Sie versteckten die Schaublätter des analogen Fahrtenschreibers vom Vortag, um ihre Überstunden zu verbergen. Die Beamten rechneten nach und fanden heraus, dass die beiden eine gemeinsame Lenkzeit von über 23 Stunden hatten. Deshalb durften sie nicht weiterfahren. Außerdem lief an der hinteren Achse ihres Busses Öl aus. Die Passagiere mussten auf einen Ersatzbus warten.
Ähnlich lief es bei zwei Bussen aus Bosnien-Herzegowina und Serbien. Dort waren jeweils drei Fahrer an Bord. Die Männer wechselten sich an der Grenze ab, waren aber schon von Anfang an im Bus. Sie trugen ihre Ruhezeiten auf den Karten falsch ein. Da die Zeit im Bus als Bereitschaftszeit gilt, hatten sie nicht genug Ruhe. Auch diese Busse mussten an der Kontrollstelle stehen bleiben.
Nicht nur die Fahrer kamen ins Visier. In einem Bus aus Mazedonien suchten der Zoll und das Veterinäramt die Fahrgäste ab. Dabei fanden sie 10 Kilogramm Fleisch, das illegal eingeführt worden war. Das Fleisch wurde sofort beschlagnahmt und vernichtet.
Ob und inwieweit sich die betroffenen Fahrer und Passagiere strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.