Landkreis Darmstadt-Dieburg prüft 1.200 alte Industrieflächen
Boden ist oft unsichtbar, aber lebenswichtig. Er filtert Schadstoffe und speichert Wasser. Damit das so bleibt, hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hessen) in den letzten Jahren ein großes Projekt gestartet. Dabei wurden etwa 1.200 sogenannte Altstandorte im gesamten Kreisgebiet systematisch untersucht.
Das waren Flächen, auf denen früher Industrie oder Gewerbe betrieben wurde. Dort bestand der Verdacht, dass der Boden belastet sein könnte. Die Experten haben nicht nur Akten gewälzt oder die Orte besucht, sondern auch mit Menschen gesprochen, die sich auskennen. Befragt wurden zum Beispiel Landwirte, Ortsvorsteher oder Leute aus den Bauverwaltungen.
Besonders viele Prüfungen gab es in den größeren Städten wie Weiterstadt, Pfungstadt und Griesheim. Das Ergebnis hilft den Gemeinden nun bei der Planung. Wenn man genau weiß, wo der Boden sauber ist, können Brachflächen einfacher wieder genutzt werden. So muss weniger unberührte Natur zubauen.
Ein weiteres Thema ist das Aufschütten von Erde auf Äckern. Wer mehr als 600 Kubikmeter Bodenmaterial auf eine landwirtschaftliche Fläche bringen will, muss das vorher beim Landkreis melden. Das Material darf nur aufgeschüttet werden, wenn es dem Boden wirklich hilft, zum Beispiel beim Pflanzenwachstum oder beim Wasserspeichern. Hier arbeitet die Bodenschutzbehörde eng mit der Landwirtschaftsbehörde zusammen.
Die Erfahrungen aus dem Kreis sind so wertvoll, dass sie sogar anderen in Hessen helfen. Die Landwirtschaftsbehörde des Landkreises hat an einer Praxisanleitung mitgearbeitet, die nun als Vorlage für die Prüfung solcher Vorhaben in anderen hessischen Landkreisen dient.