Weilerswist setzt auf moderne Technik gegen Hochwasser
Die Flutkatastrophe von 2021 hat in der Region tiefe Spuren hinterlassen. Seit vier Jahren arbeiten deshalb der Erftverband, drei Kreise und 18 Kommunen in der Kooperation „hwsErft“ zusammen. Ziel ist ein vernetztes System, das nicht an den Gemeindegrenzen aufhört, sondern von der Quelle bis zur Mündung plant.
Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist das Informationssystem HOWIS. Durch eine neue Vereinbarung werden Hochwasserdaten jetzt in Echtzeit gemeinsam bewertet. Das hilft dabei, schneller Entscheidungen zu treffen und präzisere Warnungen herauszugeben. Dass das System funktioniert, zeigte sich bereits beim Hochwasser an der Swist im Mai 2025.
Zusätzlich wird die Messtechnik im Projekt „Rivercast“ ausgebaut. Es entsteht ein Netz aus Pegeln und Sensoren, auf das alle beteiligten Kommunen zugreifen können. So werden die Warnungen schneller und die Informationen für alle transparenter.
Die Gemeinde Weilerswist (Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen) geht noch einen Schritt weiter. Hier ist ein Messnetz mit Feuchtesensoren in Baum- und Staudenbeeten geplant. Diese Sensoren sollen zeigen, wann Böden bereits vollgesogen sind. Diese Daten fließen dann in die Risikoanalysen ein, wenn Starkregen droht.
Bürgermeister Dino Steuer erklärte, dass man in Weilerswist aktuell Satellitenprojekte plant und umsetzt. Dabei geht es vor allem um Brückenbauwerke, bei denen die Durchflussquerschnitte stark vergrößert werden. In den Kommunen am Oberlauf der Flüsse sind hingegen Rückhaltebecken vorgesehen, um die Orte weiter flussabwärts zu schützen.
Ein kompletter Schutz vor extremen Naturereignissen ist zwar nicht möglich, aber die Region soll durch die Zusammenarbeit und die neue Technik widerstandsfähiger werden. Weitere Informationen gibt es unter https://hws-kooperation.erftverband.de/.