Wallenhorst setzt auf regionale Blumen für Insekten
In der Region Osnabrück ist es im Sommer 2026 so trocken wie seit 70 Jahren nicht mehr. Viele Pflanzen vertrocknen bei der Hitze einfach. Doch in Wallenhorst (Landkreis Osnabrück) sieht es an vielen Wegeseiten anders aus: Dort blüht es trotz der Sonne farbenfroh.
Die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Isabella Markfort, erklärt, dass dies an der sogenannten „Osnabrücker Mischung“ liegt. Das ist ein spezielles Saatgut mit Wildstauden aus der Region. Diese Pflanzen sind an das lokale Klima angepasst und halten die Hitze besser aus als normales Gras oder billige Mischungen aus dem Handel.
Seit etwa acht Jahren legt die Gemeinde solche Blühflächen an, vor allem an Ackerrändern und öffentlichen Grünflächen. Insgesamt gibt es in Wallenhorst mittlerweile rund 2,5 Hektar dieser Flächen. Ein Beispiel sind die Wegerandstreifen in Rulle, die bereits im Herbst 2020 ausgesät wurden. Dort haben sich über die Jahre genau die Pflanzen durchgesetzt, die am besten mit dem Boden klarkommen.
Besonders wichtig ist dabei nicht nur der Nektar für Bienen und Schmetterlinge. Die Mischung enthält auch Futterpflanzen für Raupen. Ohne Pflanzen wie die Wilde Möhre oder Labkraut könnten gefährdete Falterarten nicht überleben.
Damit die Flächen langfristig erhalten bleiben, gibt es einen festen Pflegeplan. Die Gemeinde mäht die Flächen zweimal im Jahr, allerdings immer nur in Abschnitten. Die eine Hälfte wird im Mai oder Juni gemäht, die andere im Herbst. So können die Wildstauden immer wieder nachwachsen und blühen erneut. Außerdem werden einige alte Blütenstände bis zum Frühjahr stehen gelassen, damit Schmetterlingspuppen dort sicher überwintern können.
Durch das regelmäßige Mähen werden zudem Nährstoffe aus dem Boden entfernt. Das klingt paradox, hilft aber den Wildstauden, da diese nährstoffarme Böden bevorzugen. Je weniger Dünger im Boden ist, desto prächtiger blühen die Pflanzen.