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Walldorf pumpt Millionen in Start-up-Förderung Innowerft

Foto: Stadt Walldo

Der Gemeinderat gibt weitere Millionen für die Innowerft frei, obwohl die Firma ein Minus schreibt. Die Stadt sieht darin eine Investition in die Zukunft.

Die Innowerft in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) schreibt rote Zahlen, aber das stört den Gemeinderat nicht. In der letzten Sitzung wurde der Jahresabschluss abgenommen. Dabei kam ein Fehlbetrag von rund 660.000 Euro ans Licht. Der Geschäftsführer Thomas Lindner wurde für das Jahr 2025 entlastet.

Damit die Firma weiterarbeiten kann, fließen nun neue Millionen in die Kasse. Die Stadt Walldorf zahlt 2,5 Millionen Euro in die Kapitalrücklage ein. Die SAP, die mit 42,5 Prozent ebenfalls Gesellschafterin ist, legt die gleiche Summe oben drauf. Das Land Baden-Württemberg, dem 15 Prozent gehören, zahlt zwar nichts dazu, hat die Innowerft aber seit 2018 mit etwa einer Million Euro aus Förderprogrammen unterstützt.

dass die Innowerft Verluste macht, ist laut Gemeinderat Absicht. Die Firma soll Start-ups fördern und den Wirtschaftsstandort stärken, statt schnell Gewinne zu machen. Prokuristin Inga-Marit Nölle erklärte, dass die Personalkosten den größten Teil des Minus ausmachen. Man wolle die Gründer nämlich individuell beraten.

Es gibt aber auch Erfolge. In den letzten acht Jahren sind über 20 Start-ups im Portfolio gelandet, deren Wert auf knapp zwei Millionen Euro geschätzt wird. Insgesamt sind durch die geförderten Firmen mindestens 250 Arbeitsplätze entstanden. Sogar die Stadt selbst nutzt bereits Software von einem dieser Start-ups, um Inventuren digitaler und einfacher abzuwickeln.

Im Gemeinderat gibt es jedoch eine kritische Stimme. Wilfried Weisbrod von den Grünen enthielt sich bei der Abstimmung über das Geld. Er erinnerte daran, dass die letzte Zuzahlung im Jahr 2018 eigentlich für zehn Jahre hätte reichen sollen. Zudem kritisierte er, dass viele der geförderten Firmen gar nicht aus der Region kommen, sondern in Städten wie Berlin, Stuttgart oder Mannheim sitzen. Er hinterfragte deshalb, ob es die Aufgabe von Walldorf sei, Start-ups im ganzen Land zu unterstützen.

Die anderen Fraktionen wie CDU, SPD und FDP bewerten die Entwicklung positiv. Sie sehen die Innowerft als wichtigen Baustein für die Region. Für das laufliche Jahr will die Geschäftsführung den Fehlbetrag so gering wie möglich halten. Ein erster Erfolg ist bereits verbucht: Im März wurde eine Beteiligung für 90.000 Euro verkauft.

Quelle: Walldorf – zur Originalmeldung

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