Waldbronn plant neue Strategie für den Gemeindewald
Vor der Sommerpause ist der Gemeinderat in Waldbronn (Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg) durch den Gemeindewald gewandert. Zusammen mit Forstexperten, Jagdpächtern und Bürgern haben sie sich an verschiedenen Stationen angesehen, wie es dem Wald aktuell geht und was in den nächsten Jahren getan werden muss.
Der Klimawandel hinterlässt deutliche Spuren. Heiße Sommer und lange Trockenphasen belasten die Bäume. Besonders Buchen haben es in trockenen Lagen schwer. Deshalb will die Forstverwaltung auf stabilere Mischwälder setzen. Es sollen mehr Eichen und Douglasien gepflanzt werden, da diese besser mit der Hitze klarkommen. Zudem will man die Naturverjüngung fördern. Das bedeutet, dass junge Bäume, die von selbst wachsen, gezielt unterstützt werden. Auch Kronenpflege und Durchforstungen sollen helfen, die Bäume zu stabilisieren.
Ein Problem ist derzeit die hohe Zahl an Rehen. Die Tiere fressen zu viele junge Triebe ab, was das Nachwachsen des Waldes behindert. Deshalb will die Forstbehörde eng mit den Jagdpächtern zusammenarbeiten. Es steht im Raum, die Abschussquote zu erhöhen, damit der Wald eine Chance hat, sich natürlich zu erneuern.
Für die Bürger gibt es eine wichtige Änderung beim Brennholz: Ab dem 1. Januar 2027 läuft der Verkauf von langem Brennholz digital über die App „Holzfinder“. Die alte Anmeldung und Zuteilung über den Förster oder die Gemeindeverwaltung fällt damit weg.
Zudem gibt es Überlegungen zu einem Kur- und Heilwald im Bereich des Waldparks. Dieser Bereich soll künftig für die Gesundheit, Erholung oder therapeutische Angebote genutzt werden. Bevor das klappt, müssen jedoch noch Konzepte erstellt und Partner gesucht werden. Ein Schild am Eingang des Waldparks wird bald auf diesen Modellversuch hinweisen.
Wer selbst mithelfen will, kann an einer Aktion des BUND Mittleres Albtal teilnehmen. Am Samstag, den 14. November 2026, von 10 bis 12 Uhr wird am Römerweg der giftige Kirschlorbeer bekämpft. Diese Pflanze stammt eigentlich aus Gärten, breitet sich im Wald zu stark aus und verdrängt heimische Arten. Alle Interessierten können mitmachen.
Zuletzt ging es um die sogenannte Forsteinrichtung. Das ist der große Plan für den Wald, der alle zehn Jahre neu erstellt wird. Da der aktuelle Plan Ende 2027 ausläuft, beginnt die Gemeinde bereits im nächsten Jahr damit, die neuen Ziele festzulegen. Im Jahr 2027 folgen dann die genauen Planungen und Begehungen für die nächsten zehn Jahre.
Quelle: Waldbronn – zur Originalmeldung