Vogelsbergkreis will Jugendlichen mehr Mitsprache in der Politik
Im Vogelsbergkreis (Hessen) startet ein neues Projekt, das Kindern und Jugendlichen mehr Macht in der Kommunalpolitik geben soll. Landrat Dr. Jens Mischak hat angekündigt, dass junge Leute nicht mehr nur zuhören, sondern aktiv mitbestimmen sollen. Das Ganze läuft unter dem Motto „Unsere Stimme zählt – nicht ohne uns“ und wird bis zum 31. Dezember 2028 gefördert. Geld dafür gibt es vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.
Das Ziel ist einfach: Die Beteiligungsrechte, die es eigentlich schon längst gibt, sollen in der Praxis auch wirklich ankommen. Die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden im Kreis sollen erst einmal lernen, warum die Meinung von Jugendlichen wichtig ist. Danach sollen die jungen Leute selbst entscheiden, wie sie mitreden wollen. Es geht nicht darum, dass Erwachsene fertige Lösungen präsentieren, sondern dass die Jugendlichen selbst sagen, welche Themen sie bewegen und wie sie ihre Interessen einbringen können.
Zusätzlich soll ein Handlungsleitfaden erstellt werden. Dieser dient als Anleitung für den Kreis und eine interessierte Stadt oder Gemeinde, wie man Jugendbeteiligung richtig umsetzt. So bleibt die Erfahrung aus dem Projekt auch nach 2028 erhalten. Dass das Thema im Vogelsbergkreis nicht völlig neu ist, zeigt das Kinder- und Jugendparlament, das es dort bereits seit 1992 gibt.
Los geht es offiziell am 9. September um 16.30 Uhr. In der Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld findet eine Infoveranstaltung statt. Der Experte Prof. Dr. Philipp Donath aus Frankfurt wird dort erklären, was die rechtlichen Grundlagen für die Praxis in den Gemeinden bedeuten. Danach gibt es eine Diskussion über den konkreten Handlungsbedarf im Kreis.
Passend zum Start gibt es auch eine Befragung zum Thema „Jugendgerechter Sozialraum“. Die Verwaltung will wissen, wo sich Jugendliche wohlfühlen, wo Treffpunkte fehlen und wie es mit der Mobilität aussieht. Die Antworten sollen dabei helfen, die Lebenswelt der jungen Menschen besser zu verstehen und in die Planung der Gemeinden einzubeziehen.
Quelle: Romrod – zur Originalmeldung