Viersen: Polizei hilft Jugendlichen die Kurve zu kriegen
Wer früh durch Straftaten auffällt, landet oft in einer Abwärtsspirale. Probleme in der Familie, Ärger in der Schule oder die falschen Freunde treiben viele Jugendliche in die Kriminalität. Damit das nicht passiert, gibt es im Kreis Viersen (Nordrhein-Westfalen) das Projekt "Kurve kriegen".
Das Besondere an dieser Initiative ist die Zusammenarbeit. Drei Polizisten aus dem Bereich Jugendkriminalität und zwei Sozialpädagogen arbeiten gemeinsam an einem Ort. Sie sitzen alle im Kommissariat 5 am Mühlenberg 7 in Viersen. So können sie schnell reagieren und die Jugendlichen aus verschiedenen Blickwinkeln unterstützen.
Die Betreuer schauen nicht nur auf die Taten, sondern auf das ganze Leben der jungen Menschen. Sie begleiten sie eng im Alltag, setzen klare Grenzen und helfen dabei, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Oft werden dabei auch die Eltern und die Schule mit eingebunden, um eine feste Struktur in den Tag zu bringen.
Ein typischer Fall zeigt, wie mühsam dieser Weg ist: Ein Jugendlicher ist anfangs kaum erreichbar und hält sich nicht an Absprachen. Erst durch konsequentes Dranbleiben der Betreuer entsteht Vertrauen. Auch wenn es Rückschläge gibt, wird nicht aufgegeben. Das Ziel ist kein perfektes Leben, sondern ein stabiler Alltag ohne weitere Straftaten.
Seit dem Start des Projekts im Jahr 2021 wurden im Kreis Viersen bereits 32 Kinder und Jugendliche begleitet. Aktuell befinden sich zwölf junge Menschen in dem Programm, davon zehn Jungen und zwei Mädchen.
Das Team von "Kurve kriegen" ist direkt beim Kriminalkommissariat 5 in Viersen-Dülken erreichbar. Wer Fragen hat oder Hilfe sucht, kann die zentrale Nummer der Polizei Viersen unter 02162/377-0 anrufen.