Unterföhring feiert zweiten Inklusionstag vor dem Bürgerhaus
Vor dem Bürgerhaus in Unterföhring (Landkreis München, Bayern) war am Sonntag viel los. Beim zweiten Inklusionstag unter dem Motto „Tag für alle“ hatten sich 19 Organisationen und Vereine auf den Platz begeben. Sie wollten zeigen, dass Inklusion – also die echte Teilhabe aller Menschen am Alltag – in der Gemeinde kein fernes Ziel ist, sondern gelebt werden soll.
Die Besucher konnten verschiedene Dinge ausprobieren. Einige setzten VR-Brillen auf und reisten so virtuell nach Frankreich, während sie auf einer Bierbank saßen. Andere testeten, wie es sich anfühlt, einen Rollstuhl eine Rampe hochzufahren. Es gab Infos zu Therapiehunden, zum Umgang mit chronischen Schmerzen sowie Hilfen für Menschen, die schlecht hören oder lesen können. Auch Unterstützung bei der Bedienung von Handys und Computern wurde angeboten.
Bürgermeister Florian Klietsch und David Engelhardt vom Behindertenbeirat des Landkreises München eröffneten die Veranstaltung. Engelhardt betonte dabei, dass Inklusion ein Menschenrecht sei. Es gehe darum, Barrieren von Anfang an mitzudenken – egal ob beim Zugang zu Gebäuden, bei der Wohnungssuche oder im Job. Menschen dürften nicht nach ihrer Herkunft oder ihrer Leistungsfähigkeit bewertet werden.
Ein wichtiger Teil des Tages war die Verleihung der Unterföhringer Inklusionspreise. Insgesamt 10.000 Euro Preisgeld wurden an verschiedene Organisationen verteilt. Die Preise überreichten der Bürgermeister gemeinsam mit Minka Omeragic, der aktuellen Mrs Oberbayern.
In der Kategorie „Arbeit“ gewann die Nachbarschaftshilfe mit 2.500 Euro. Der Verein hatte seine 50-Jahr-Feier größtenteils von Menschen mit Behinderungen organisieren lassen. Das Geld fließt nun in eine barrierefreie Website.
In der Kategorie „Bildung“ belegte der AWO-Kindergarten St. Florian den ersten Platz. Dort lernen die Kinder im Projekt „Kleine Hände lernen sprechen“ Gebärden für den Alltag. Die Musikschule Unterföhring belegte den zweiten Platz (1.000 Euro) und hat das Jahr 2026 zum „Jahr der Inklusion“ erklärt. Sie hat eine Musiktherapeutin eingestellt und bietet Kurse im Seniorenzentrum an. Den dritten Platz (500 Euro) machte der Helferkreis, der geflüchtete Familien mit schwer beeinträchtigten Kindern begleitet.
In der Kategorie „Freizeit und Kultur“ sicherte sich die inklusive Tanzgruppe des TSV den ersten Platz mit 2.500 Euro. Die Gruppe entstand aus einem Impuls des ersten Inklusionstags im Jahr 2024. Der Rugbyclub Unterföhring belegte mit seinem Projekt „Rugby in Schools“ den zweiten Platz (1.000 Euro). Dort werden Kinder aus 42 Nationen und neurodiverse Kinder gemeinsam im Sport integriert.