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Umweltministerin besucht Kläranlage in Walldorf

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Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker hat sich die moderne Filtertechnik in St. Ilgen angesehen. Die Anlage soll das Wasser in der Region sauberer machen.

Die Umweltministerin Thekla Walker war im Rahmen ihrer Sommertour in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) unterwegs. Ihr Ziel war die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Untere Hardt in St. Ilgen. Dort ließ sie sich die sogenannte vierte Reinigungsstufe zeigen. Diese Technik ist ein Vorzeigeprojekt für den gesamten Kreis.

Die Anlage filtert sogenannte Mikroschadstoffe aus dem Abwasser. Dazu gehören zum Beispiel Reste von Medikamenten oder Mikroplastik. Das ist wichtig, um die Natur und vor allem den Landgraben zu schützen, dessen Wasserqualität früher sehr schlecht war. Die Betriebsleiterin Stefanie Ehrlich erklärte den Gästen, dass die Anlage seit 2022 läuft. Zuerst gab es noch einige Startprobleme, aber seit 2025 wird die geforderte Reinigungsleistung sicher erreicht. Aktuell werden etwa 89 Prozent der Schadstoffe entfernt.

Der Prozess ist kompliziert: Das Wasser wird in ein riesiges Becken gepumpt, das 26 Meter breit und vier Meter tief ist. Dort mischen Mitarbeiter Pulveraktivkohle sowie Fäll- und Flockmittel bei. Diese Stoffe binden den Phosphor und die Schadstoffe, sodass sie sich absetzen oder später durch Tuchfilter aus dem Wasser geholt werden können. Je nach Wetter dauert dieser Vorgang zwischen drei und 30 Stunden.

Das Ganze war teuer. Die Gemeinden Walldorf, Leimen, Nußloch und Sandhausen mussten insgesamt rund elf Millionen Euro bezahlen. Das Land Baden-Württemberg hat knapp zwei Millionen Euro dazu beigesteuert. Ministerin Walker bezeichnete die Summe als nachhaltige Investition in den Gesundheitsschutz.

Nußlochs Bürgermeister Joachim Förster, der den Verband vertrat, bedankte sich für die Förderung. Er machte aber auch deutlich, dass die hohen Schulden des Verbands Sorgen bereiten. Er hofft deshalb, dass das Land auch in Zukunft finanziell unterstützt, damit die Wasserversorgung für die Bürger bezahlbar bleibt.

Die Anlage ist auf 110.000 Einwohnerwerte ausgelegt. Das bedeutet, dass neben den rund 70.000 Menschen in der Region auch die Industrie und das Gewerbe mitversorgt werden. Damit das System funktioniert, ist dauerhaft qualifiziertes Personal nötig.

Quelle: Walldorf – zur Originalmeldung

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