Tigermücken-Population in Hannover nachgewiesen
Bisher gab es in Niedersachsen nur einzelne Tigermücken. Jetzt ist es jedoch in Hannover Döhren (Region Hannover, Niedersachsen) passiert: Dort wurde eine ganze Population dieser exotischen Mücken entdeckt. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hatte den Fund durch ein Foto bemerkt. Eine Mitarbeiterin schaute sich den Ort dann genauer an und fand die Brutstätte in einer Regentonne.
Die Experten warnen, dass die Mücken nicht nur große Tonnen brauchen. Schon kleine Mengen Wasser reichen aus, damit die Tiere ihre Eier ablegen und sich vermehren können. Deshalb haben die Behörden der Region Hannover sofort reagiert. Mitarbeiter gehen jetzt von Tür zu Tür, sprechen mit den Leuten und suchen nach weiteren Brutstätten.
Die Bewohner sollen ihre Gärten prüfen. Gießkannen, Eimer oder Pflanzenuntersetzer, in denen sich Wasser sammelt, sollten geleert werden. Wer Vogeltränken oder andere Wasserbecken hat, muss diese einmal pro Woche gründlich reinigen.
Aktuell besteht keine direkte gesundheitliche Gefahr, da die Mücken in Deutschland keine Krankheitserreger in sich tragen. Das Problem ist jedoch: Menschen bringen Viren wie Dengue, Zika oder Chikungunya aus dem Urlaub mit. Wenn es mehr Tigermücken gibt, steigt die Chance, dass diese Viren auf andere Menschen übertragen werden, die gar nicht verreist sind.
Die Tigermücke ist etwa einen halben Zentimeter groß, schwarz und hat weiß-schwarze Streifen an den Beinen. Sie ist tagaktiv und sehr aggressiv, was Aufenthalte im Freien extrem nervig macht. Oft wird sie mit der größeren, bräunlichen Ringelmücke verwechselt.
Wie die Mücke nach Hannover gekommen ist, weiß niemand. Vermutlich reisten sie über Waren oder Menschen ins Land. Um zu sehen, wie weit sie sich schon ausgebreitet haben, wurden in der Umgebung Mückenfallen aufgestellt. Wer eine verdächtige Mücke sieht, kann ein Foto an das NLGA schicken.
Die Ermittlungen zur Ausbreitung dauern an.