Stegaurach wählt erste Bürgermeisterin für das zweite Amt
Am 12. Mai 2026 kam der Gemeinderat in Stegaurach (Landkreis Bamberg, Bayern) zur konstituierenden Sitzung im Bürgersaal zusammen. Zuerst wurden die neuen Gemeinderäte und die Vertreter des Bürgermeisters vereidigt. Zu den neuen Gesichtern gehören Peter Kolb, Corina Zech, Winfried Müllich, Dr. Jürgen Röber und Bernd Tschiggfrey.
Ein besonderes Ergebnis gab es bei der Wahl der Stellvertreter: Margot Scheer (FW-FL) setzte sich in einer knappen Stichwahl gegen Werner Waßmann durch. Damit ist sie die erste Frau, die das Amt der Zweiten Bürgermeisterin in Stegaurach übernimmt. Sie will als Ehrenamtlerin loyal und zuverlässig arbeiten. Als Dritter Bürgermeister wurde Thomas Hack (CSU) gewählt. Er möchte den Gemeinderat wieder zu einer friedlichen Zusammenarbeit führen.
Erster Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) betonte, dass die Gemeinde mit fast 7500 Einwohnern groß sei und die Stellvertreter daher viel zu tun haben. Bernd Fricke (Die Grünen), der Margot Scheer im Amt beerbt, bestätigte diesen hohen Arbeitsaufwand. Werner Waßmann, der bisher Dritter Bürgermeister war, bleibt als dienstältester Gemeinderat im Spiel. Er springt künftig ein, falls alle drei Bürgermeister verhindert sind. Die offizielle Verabschiedung der bisherigen Stellvertreter erfolgt in der nächsten Sitzung.
Neben den Personalien gab es Streit über die Geschäftsordnung. Die AfD wollte eine Regelung streichen, nach der gegen Gemeinderäte Ordnungsgelder verhängt werden können. Der Rat lehnte diesen Antrag jedoch ab. Bürgermeister Wagner erklärte, dass solche Geldstrafen in Stegaurach bisher noch nie verhängt wurden, sie aber in der bayerischen Mustergeschäftsordnung stehen.
Auch über das Geld für die Gemeinderäte wurde diskutiert. Die Verwaltung schlug 45 Euro pro Sitzung und 20 Euro für Listensprechertreffen vor. Die AfD wollte die Summen auf 35 bzw. 15 Euro senken, da die Gemeinde viele Investitionen vor sich hat und die Bezirksumlage steigt. Bernd Fricke schlug einen Mittelweg mit 40 Euro vor. Am Ende stimmte der Rat aber für den ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung.
Zum Abschluss wurden die Sitze in den Ausschüssen verteilt. Dabei gaben die Bürgernahe Liste und Dr. Jürgen Röber von der SPD bekannt, dass sie in dieser Zeit eine Ausschussgemeinschaft bilden werden. Bernd Fricke möchte zudem prüfen lassen, ob der Gemeinderat auch Zugriff auf nicht-öffentliche Protokolle bekommen soll.
Quelle: Stegaurach – zur Originalmeldung