Stadtlengsfeld: Feuerwehr setzt jetzt auf digitale Alarmierung
In Stadtlengsfeld (Wartburgkreis, Thüringen) wird die Alarmierung der Feuerwehr digitaler. Seit einigen Wochen nutzt die Wehr einen sogenannten digitalen Alarmdispatcher. Das System nutzt die Tatsache, dass fast jeder heute ein Smartphone dabei hat.
Wenn die Leitstelle einen Notfall meldet, passiert das nun auf mehreren Wegen. Neben dem klassischen Funkmeldeempfänger wird eine Box im Feuerwehrgerätehaus und eine E-Mail aktiviert. Der Dispatcher schickt die Nachricht direkt auf die Handys der Feuerwehrleute. Diese können sofort per Handy zurückmelden, ob sie zum Einsatz kommen können oder nicht.
Wer als Erster im Gerätehaus eintrifft, sieht auf einem Monitor sofort, wie viele Leute bereitstehen. So kann der erste Kamerad direkt entscheiden, ob die Mannschaft ausreicht oder ob sofort Verstärkung angefordert werden muss. Das System liefert zudem wichtige Details: Es zeigt genau, was passiert ist, wo es brennt oder welcher Unfall vorliegt. Sogar Straßenlagepläne und die Positionen von Hydranten werden mitgeschickt.
Wehrführer Torsten Leimbach und sein Stellvertreter Stefan Frank betonen, dass dadurch die Reaktionszeit sinkt und der Informationsfluss besser läuft. Angeregt hatte Stadtbrandmeister Thilo Baumbach die Anschaffung. Die Feuerwehr in Stadtlengsfeld ist an neuer Technik gewöhnt; bereits Anfang der 2000er-Jahre wurde die Alarmierung per SMS eingeführt.
Neben der Technik bleibt das Training wichtig. Die 18 Menschen der Einsatzgruppe schulen alle zwei Wochen für zwei Stunden im Gerätehaus, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude auf dem Gelände des alten Porzellanwerkes untergebracht ist. Im Schnitt rückt die Gruppe 15 Mal pro Jahr aus. Ihr Gebiet reicht von Hartschwinden bis zur Krayenberg-Region.
Früher, Ende der 1990er-Jahre, war es deutlich stressiger. Damals wurde die Feuerwehr bis zu 40 Mal im Jahr angefordert, oft wegen Unfällen auf der B 285. Heute gibt es weniger Verkehrsunfälle, dafür aber mehr Einsätze wegen Unwettern, Sturm oder Hochwasser. Die Feuerwehr bereitet sich zudem auf trockenere Sommer vor, da Wald- und Feldbrände wieder häufiger werden könnten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Burg-Klinik im Ort. Da dort Patienten liegen, können keine klassischen Brandübungen stattfinden. Stattdessen gibt es regelmäßige Begehungen und taktische Besprechungen, auch weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Um neue Leute zu gewinnen, lädt die Feuerwehr jedes Jahr am 1. Mai ab 14 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Dort werden Schauübungen gezeigt und die Technik präsentiert. Zum Fuhrpark gehören ein Tragkraftspritzenfahrzeug von 1994, ein Löschgruppenfahrzeug LF8/6 und ein Einsatzleitwagen (ELW 1).