Stadtfest in Siegen: Polizei verstärkt Sicherheitsmaßnahmen
In Siegen (Nordrhein-Westfalen) laufen die Vorbereitungen für das Stadtfest auf Hochtouren. Die Verantwortlichen der Stadt und der Kreispolizeibehörde haben am Freitagmorgen die Innenstadt besucht, um die Lage zu prüfen. Es werden an den drei Tagen bis zu 100.000 Gäste erwartet.
Die Sicherheitsvorkehrungen sind in diesem Jahr besonders hoch. Der Grund dafür sind Ereignisse der letzten Zeit. Vor wenigen Wochen gab es in Berlin eine Amok-Fahrt beim Christopher Street Day. Zudem gab es im Jahr 2024 in Siegen selbst einen schweren Vorfall: Damals griff eine Frau beim Stadtfest sechs Menschen mit einem Messer an. Einige wurden dabei lebensgefährlich verletzt.
Deshalb setzt die Polizei nun auf eine starke Präsenz. Es werden mehr Beamte eingesetzt als in den Vorjahren, und die Zahl der Kräfte wird sogar noch einmal leicht erhöht. Sowohl uniformierte Polizisten als auch Zivilfahnder streifen durch die Unter- und Oberstadt. Um mehr Leute auf der Straße zu haben, wird die Anlaufstelle am ZOB dieses Mal nicht besetzt.
Stattdessen gibt es einen „Treffpunkt Sicherheit“ beim Café Extrablatt in der Bahnhofstraße. Dort können Besucher die Beamten ansprechen. Die Öffnungszeiten sind am Freitag und Samstag bis etwa 2 Uhr nachts, am Sonntag bis 20 Uhr.
Auch technisch wird aufgerüstet. Die Stadt nutzt Videoüberwachung und Absperrungen an den Zufahrten. Es kommen eigene Terrorsperren zum Einsatz, weitere wurden angemietet. Zudem hat die Stadt ihren Bestand an zertifizierten technischen Sperren im Jahr 2026 erweitert.
Ein wichtiger Punkt ist das Waffengesetz. Seit Ende 2024 ist es verboten, Messer oder Waffen auf Volksfesten und Märkten mitzuführen. Die Polizei achtet deshalb gezielt auf solche Gegenstände. Landrat Andreas Müller betonte, dass man sich die Lebensfreude nicht durch die Angst vor Attentätern nehmen lasse, räumte aber ein, dass es bei so großen Festen nie eine absolute Sicherheit gibt.
Quelle: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein – zur Originalmeldung