Spiesen-Elversberg: Spieser Mühlenbach ist wieder naturnah
In Spiesen-Elversberg (Landkreis Neunkirchen, Saarland) ist ein großes Projekt für die Natur fertig geworden. Der Spieser Mühlenbach, der durch die Talaue zwischen Spiesen und dem Mühlental fließt, sieht nun wieder natürlicher aus. Über Jahrzehnte war der Bach nämlich technisch verändert worden: Er war begradigt, eingeengt und an vielen Stellen mit Steinen oder Mauern befestigt. Dadurch fehlten flache Ufer und abwechslungsreiche Bereiche, in denen Tiere und Pflanzen leben konnten.
Die Firma Floratec hat nun auf rund 1,5 Hektar ordentlich Hand angelegt. Die Arbeiter haben die Uferböschungen abgeflacht und leichte Schlingen in den Bachlauf gebaut. Außerdem wurden Hindernisse im Bachbett entfernt, damit das Wasser besser fließen kann. Jetzt gibt es wieder unterschiedliche Strömungen und flache Zonen. Das hilft vor allem kleinen Lebewesen im Wasser und der Vegetation am Ufer.
Das Ganze hat auch einen praktischen Nutzen für die Anwohner. Begradigte Bäche leiten Regenwasser bei Starkregen oft zu schnell ab, was zu Hochwasser führen kann. Ein naturnaher Bach hält das Wasser länger in der Landschaft und lässt es besser versickern. Das schützt die Umgebung und füllt das Grundwasser auf. Zwar ersetzt das Projekt keinen kompletten Hochwasserschutz, ist aber ein wichtiger Baustein gegen die Folgen des Klimawandels.
Besonders ist, dass die Renaturierung als sogenanntes Ökokonto-Projekt läuft. Das bedeutet: Die ökologische Aufwertung wird in Punkten festgehalten. Wenn die Gemeinde später irgendwo bauen muss, zum Beispiel für neue Wohnhäuser oder Gewerbegebiete, kann sie diese Punkte nutzen, um den Eingriff in die Natur auszugleichen.
Am Donnerstag wurde das Projekt offiziell vorgestellt. Dabei waren unter anderem Bürgermeister Bernd Huf und Staatssekretär Sebastian Thul aus dem saarländischen Umweltministerium dabei. Als Symbol für den Artenschutz wurden bei dem Termin noch zwei Nisthilfen aus Baumstämmen auf der Fläche aufgestellt.
Die Arbeiten sind zwar beendet, aber die Fläche wird weiterhin beobachtet. Experten prüfen nun langfristig, ob sich die Natur wie gewünscht entwickelt und steuern bei Bedarf nach.