Schwetzingen wehrt sich gegen Tunnel-Plan der Bahn
In Schwetzingen (Baden-Württemberg) gibt es Streit um ein großes Bahnprojekt. Die Deutsche Bahn will eine neue bzw. ausgebaute Strecke zwischen Mannheim und Karlsruhe ziehen. Ihr Plan: Ein Tunnel, der auf einer Länge von rund 5,5 Kilometern durch das Stadtgebiet führt. Das Problem dabei ist, dass die Strecke direkt unter Wohngebieten in der Nordstadt verlaufen würde. Der Gemeinderat hat nun eine offizielle Stellungnahme verabschiedet und lehnt diese Route ab. Stattdessen fordert die Stadt, dass der Tunnel unter den Friedhof verschwenkt wird.
Neben der Route gibt es weitere Sorgen. Die Stadt will das Wasserwerk Schwetzinger Hardt und die Trinkwasserversorgung schützen. Auch mögliche Probleme mit Geothermie-Projekten und der Lärmschutz für die Bewohner sind wichtige Punkte in der Stellungnahme. Zudem warnt die Stadt davor, dass die Menschen in Schwetzingen bereits genug Baustellen haben. Neben der Bahn sind dort der Ausbau der A6, eine neue Leitung von Transnet, Geothermie-Vorhaben und der Rohstoffabbau am Entenpfuhl geplant.
Neben dem Bahnprojekt gab es im Gemeinderat am 29. Juli 2026 weitere wichtige Entscheidungen. Die Stadtkasse steht besser da als gedacht: Statt eines erwarteten Minus von 2,31 Millionen Euro rechnet man nur mit einem Defizit von rund 630.000 Euro. Das liegt vor allem an höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer und Gebühren für die Abwasserbeseitigung. Ein Nachtragshaushalt ist daher nicht nötig.
Für Investitionen will die Stadt zudem Fördermittel aus dem Bundes- und Landesprogramm LuKIFG nutzen. Insgesamt stehen rund 12,9 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll unter anderem in Schulen, Kitas, die Digitalisierung und die Energieinfrastruktur fließen. Der Oberbürgermeister darf diese Mittel nun flexibel abrufen, ohne dass für jede Kleinigkeit ein neuer Ratsbeschluss her muss.
Auch im Bereich Bildung gibt es gute Nachrichten: Die Nordstadt-Grundschule wurde in das Startchancen-Programm aufgenommen. Damit fließen rund 723.000 Euro an Fördermitteln in die Schule, die Gesamtsumme der Investitionen könnte bis zu 1,03 Millionen Euro betragen. Geplant sind unter anderem ein neuer Schulhof, moderne Möbel für den Unterricht und überdachte Lernflächen.
In der Stadt wird zudem die Technik modernisiert. 1.135 Straßenleuchten werden für rund 882.300 Euro auf LED-Technik umgestellt. Die Arbeiten beginnen 2026 und enden 2027. In der Mühlenstraße wird zwischen September und Dezember 2026 eine Stützmauer saniert und die Straße erneuert. Die Firma Hauck Baugesellschaft aus Waibstadt erhält den Auftrag über 272.505,41 Euro.
Für die Parkplatznutzer gibt es ebenfalls Änderungen. Das Handyparken wird weiter ausgebaut, was der Stadt jährlich etwa 22.000 Euro spart. Am Alten Messplatz wurde bereits die Parktechnik modernisiert, um Staus in der Wildemannstraße zu vermeiden. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten für die neue Kennzeichenerkennung.
Zuletzt geht es um soziale Themen. Die Stadt mietet zwei Wohnhäuser in der Scheffelstraße 31–33 bis August 2035 weiter an. Dort wohnen Menschen, die obdachlos sind oder als Flüchtlinge untergebracht wurden. Die Kaltmiete steigt leicht auf 3.758,70 Euro pro Monat, dafür gibt es bis 2035 keine weiteren Mieterhöhungen mehr.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.