Schüler berichten nach Reise zum KZ Auschwitz
Am 12. August trafen sich etwa 50 Teilnehmer in der MEWA ARENA in Mainz (Rheinland-Pfalz) zu einem Reflexionstag. Es war der Abschluss einer besonderen Bildungsreise, die Ende Juni stattfand. Schüler der Hildegardisschule Bingen und des Otto-Schott-Gymnasiums Mainz waren dabei. Organisiert wurde die Fahrt vom Verein SchUM-Städte e. V., gemeinsam mit den Schulen und dem Fußballverein 1. FSV Mainz 05.
Die Jugendlichen besuchten die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowie Orte des jüdischen Lebens in Krakau und die ehemalige Schindler-Fabrik. Zuvor hatten sie sich in ihrer Heimat mit der jüdischen Geschichte in den Städten Speyer, Worms und Mainz beschäftigt. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung war die Lebensgeschichte von Eugen Salomon, einem Juden aus Mainz, der einst Vorstand beim 1. FSV Mainz 05 war. Für ihn schufen die Schüler einen Erinnerungsort in der MEWA ARENA.
Beim Treffen im August erzählten die Jugendlichen, wie sehr sie die Reise bewegt hat. Für viele war es ein Schock, dass die Umgebung in Auschwitz mit Sonnenschein und blühenden Bäumen fast normal aussah, während dort schreckliche Dinge passierten. Ein Schüler berichtete, dass das Lesen in Geschichtsbüchern nicht mit dem Gefühl vergleichbar sei, genau dort zu stehen, wo die Taten geschahen. Jetzt löse schon der Anblick eines Stacheldrahtzauns Erinnerungen an die Fahrt aus.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion sprachen Experten, darunter Monika Fuhr (Beauftragte des Ministerpräsidenten für jüdisches Leben) und Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky, über den aktuellen Antisemitismus. Sie betonten, dass solche Reisen wichtig sind, um Hass und Ausgrenzung in der Gegenwart besser zu erkennen.
Der SchUM-Verein will die Gedenkstättenfahrten nun fest etablieren. In Zukunft sollen auch Schüler aus allen drei Städten – Speyer, Worms und Mainz – an solchen Reisen teilnehmen können.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung